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Seit einem Jahr bieten die Johanniter für 24 Kleinkinder Betreuungsplätze in ihrer Ober-Röder Sonnenburg.

Kreis Offenbach

Viele Kita-Plätze fehlen noch

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Der Bund verlangt von den Kommunen, für mehr als ein Drittel der Kleinkinder eine Betreuung anzubieten. Im Kreis Offenbach sind die Städte davon allerdings noch weit entfernt - für sie ist die Investition ein gewaltiger Kraftakt.

Die Städte und Gemeinden im Kreis Offenbach müssen noch mächtig investieren, um die vom Bund vorgegebene Betreuungsquote von 35 Prozent für Kinder bis drei Jahre zu erreichen. Im März lag die Versorgungsquote nach Zahlen der Kreisverwaltung kreisweit nur bei 18 Prozent. 2009 lag sie mit 14,8 Prozent unter dem damaligen Landesdurchschnitt von 17,9 Prozent. Der Kreisbeigeordnete Carsten Müller (SPD) spricht denn auch von einer großen Herausforderung. Denn auch die 35-Prozent-Quote könnte unter dem tatsächlichen künftigen Betreuungsbedarf liegen.

Die Kommunen investieren durchaus in den Ausbau der Krippenplätze und werden dabei auch finanziell unterstützt. 4,2 Millionen Euro aus dem dafür geschaffenen Bundesinvestitionsprogramm darf der Kreis dafür verteilen. Es werde allerdings vermutlich nicht gelingen, die Mittel vollständig auszuschöpfen. 600.000 bis 700.000 Euro könnten übrig bleiben, sagte Müller. Grund sei, dass die ohnehin finanziell klammen Städte und Gemeinden die hohen Betriebskosten fürchteten. Kinderreiche Städte wie Dietzenbach, das bei der Ausbauquote hinten liegt, haben ohnehin schon mit hohen, nur über neue Schulden zu finanzierenden Sozialausgaben zu kämpfen.

Ist der nächste Ausbauschritt abgeschlossen, stehen alle Plätze, mit deren Schaffung in diesem Jahr begonnen wird, zur Verfügung, steigt die Quote auf 23 Prozent. Besonders stark investiert etwa Rödermark. Die Stadt wird im Industriegebiet Ecke Carl-Zeiss-Straße/Albert-Einstein-Straße einen Neubau errichten, für den Müller jetzt einen Zuwendungsbescheid über eine Summe von 450.000 Euro für 30 zusätzliche Plätze übergab. Rund 107.000 Euro erhält der Regionalverband Offenbach-Kinzig der Johanniter-Unfall-Hilfe dafür, dass er im Breidert-City-Center einen Mini-Kindergarten für 24 Kinder von zwölf bis 36 Monaten geschaffen hat, der im vergangenen Jahr den Betrieb aufgenommen hat.

Zusätzliche 30 Plätze will die Stadt Rödermark in einem Neubau an der Bruchwiesenstraße in Urberach schaffen, für den sie ebenfalls Geld aus dem Investitionsprogamm beantragen will. Zehn Plätze will laut Stadt zudem die katholische Gemeinde St. Gallus anbieten. Nach der städtischen Statistik erreicht die Stadt aber – anders als nach den Kreiszahlen – auch nach dem Ausbau noch nicht die 35-Prozent-Quote, sondern nur 29 Prozent. Die Differenz erklärt Fachbereichsleiterin Edith Itta etwa mit der gesunkenen Zahl an Tagespflegeplätzen.

Andere Städte weisen eine höhere Quote aus, als sie sich aus den Kreiszahlen ergibt. Manche rechnen, wie Müller sagt, etwa mit einer Quote, die nur zwei der drei Jahrgänge bis drei Jahren berücksichtigt, oder weisen Krabbelgruppen aus, die nur wenige Stunden in der Woche abdecken.

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