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Zwei Skulpturen stehen inmitten der Urnengrabanlage für das Irdische und das Himmlische.

Rodgau

Viel Neues zwischen den Gräbern

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Der Friedhof in Dudenhofen zeigt sich in neuem Licht. Die Trauerhalle hat einen mit Glaselementen überdachten Eingangsbereich erhalten, Orgelmusik umrahmt jetzt die Trauerfeier. Eine zweite Gemeinschaftsgrabanlage mit Platz für 150 Urnen wurde angelegt.

Schöner, moderner und pietätvoller – so hat sich der Friedhof im Rodgauer Stadtteil Dudenhofen verändert. Die Trauerhalle hat ein neues Vordach in Glas- und Stahlkonstruktion bekommen, zwischen den Gräbern wurde eine zweite Urnengemeinschaftsgrabanlage angelegt, bei Beerdigungen werden die Trauergäste nun von Orgelmusik empfangen. Gestern gaben Christina Koch, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, und der katholische Pfarrer Wendelin Meissner den Friedhofsneuerungen gemeinsam den Segen.

Seit Juli 2012 gibt es in jedem Rodgauer Stadtteil eine Urnengemeinschaftsgrabanlage. Die Gräber sind für die Hinterbliebenen pflegefrei, da die Abteilung Friedhofswesen der Stadtwerke die Pflege übernimmt. 73 der bisherigen 86 Urnenplätze auf dem Friedhof Dudenhofen sind mittlerweile belegt. Deshalb war es notwendig, ein weiteres Gräberfeld für Urnen anzulegen.

Insgesamt 46 000 Euro haben die Stadtwerke Rodgau in die neue Gemeinschaftsgrabanlage investiert, die Platz für 150 Urnen bietet und, wie auch schon die bisherige, ansprechend gestaltet ist. Den Mittelpunkt bilden zwei Grabbeete, die in ihrer halbrunden Form an die chinesischen Yin- und Yang-Zeichen angelehnt sind. Ein Rasenweg verläuft zwischen den beiden Beeten und leitet die Friedhofsbesucher zu den Sitzsteinen im hinteren Bereich des Grabfeldes.

Dominierendes Element sind zwei Skulpturen, die symbolisch den Gegensatz zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen darstellen. „Die eine Figur erinnert an ein Samenkorn, die andere an Engelsflügel“, meinte Christina Breuninger, Sachgebietsleiterin Friedhof und Bestattungswesen bei den Stadtwerken. Es liege jedoch im Auge des Betrachters, was er in den Skulpturen sieht.

Die Hinterbliebenen können Blumen, Kränze und Erinnerungsgaben vor den Skulpturen ablegen. Die Namen der Verstorbenen sind auf 15 mal 15 Zentimeter großen, viereckigen Bronzetafeln zu lesen, die am Boden auf Natursteinbändern befestigt werden.

Licht und hell ist jetzt der Zugang zur Trauerhalle. Die undichte und verrostete, fast 50 Jahre alte Überdachung wurde entfernt, für 85 000 Euro ein neues Vordach hochgezogen. „Harmonisch gestaltet in Flachdachbauweise“, stellte Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) fest. Die Glaselemente sorgen für natürliches Tageslicht im Eingangsbereich und bieten zugleich Windschutz.

Kleine sakrale Orgel in der Trauerhalle

Der Vorplatz wurde neu gepflastert, weil sich zwischen den maroden Platten aus den 70er-Jahren immer wieder Pfützen bildeten. Die Sandsteinmauer zum Friedhof muss jedoch, so erklärte Stadtwerke-Chef Dieter Lindauer, erst noch saniert werden, und auch die Milchglaselemente der Fassade werden noch erneuert.

Auf Anregung von Pfarrerin Koch wurde für 1000 Euro eine elektronische Orgel gekauft, die in der Ecke der Trauerhalle steht und die Trauerfeiern musikalisch umrahmt. „Es ist eine jahrhundertelange Tradition, dass gemeinsam musiziert wird bei Trauerfeiern“, erklärte die Pfarrerin. Früher gab es einen Chor, dann spielte man CDs ab, zu denen gesungen wurde.

Organist Gerhard Klein führte den Anwesenden vor, welche erstaunlichen Töne dem Instrument zu entlocken sind, das von einem niederländischen Hersteller stammt und für den Einsatz in kleinen Kirchen prädestiniert ist. Er intonierte das Lied „Morning has broken“, das laut Koch in der deutschen Fassung „Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang“ ins evangelische Gesangsbuch Einzug gehalten hat.

„Wir haben einen qualitativen Anspruch an die Gestaltung unserer Friedhöfe“, erklärte der Bürgermeister. Es sei gelungen, jeder Grabanlage ihren eigenen, besonderen Charakter zu geben. Laut Hoffmann ist Rodgau die einzige Kommune im Kreis, die kostendeckende Friedhofsgebühren erhebt.

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