+
Thomas Neuwirth (links) und Florian Guttmann machen eine Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt.

Dreieich

Stadt fehlen Azubis

Bürgermeister beklagt geringes Interesse an Verwaltungsarbeit

Von Maurice Farrouh

Auch in Zeiten knapper Kassen sind Jobs im Rathaus eine vergleichsweise sichere Sache. Allerdings gilt die Arbeit in einer Kommunalverwaltung vielen Jugendlichen nicht gerade als der Traumberuf. Das schlägt sich auch in den Bewerberzahlen nieder. Die Stadt Dreieich hat zunehmend Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.

„Eigentlich möchten wir jedes Jahr drei Auszubildende für den Beruf des Verwaltungsfachangestellten einstellen“, sagt Magistratssprecherin Irene Dietz. Dieses Jahr habe das nicht geklappt. Statt drei hat die Stadt nur zwei geeignete Interessenten gefunden. Davon musste eine Bewerberin aus privaten Gründen absagen, so dass dieses Jahr nun nur ein einziger Azubi eine Arbeit im Sprendlinger Rathaus aufgenommen hat. Auch fürs nächste Jahr sieht es nicht gut aus. Am 1. August 2013 beginnt das neue Ausbildungsjahr. „Es sind noch nicht genug Bewerbungen bei uns eingegangen“, sagt Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD).

Er hat allerdings Hoffnung, dass in den nächsten Wochen noch die ein oder andere Bewerbung bei der Stadt eintrudelt. Denn vor kurzem hatte die Stadt zwei ihrer aktuell vier Verwaltungs-Azubis zur Ausbildungsmesse in die Weibelfeldschule geschickt, um für die Karriere in der Verwaltung zu werben. „Einige Jugendliche haben dort ihr Interesse an einer Ausbildung bei uns bekundet“, sagt Zimmer.

Einer der werbenden Auszubildenden war der 23-jährige Florian Guttmann. Die Arbeit in der Verwaltung findet er alles andere als langweilig. „Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich, weil man alle Facetten der Verwaltung kennenlernt“, sagt er.
„Wenn die eigene Leistung stimmt, kann man sich am Ende der Ausbildung den Bereich aussuchen, der einem am besten gefallen hat.“ Er selbst hatte schon in der neunten Klasse ein Schülerpraktikum im Rathaus absolviert. „Da ich mir meine berufliche Zukunft schon immer im Büro vorgestellt habe, lag die Ausbildung bei der Stadt nahe.“ Sein Azubi-Kollege Thomas Neuwirth, beide sind im dritten und letzten Ausbildungsjahr, ist eher zufällig auf den Job als Verwaltungsfachangestellter aufmerksam geworden. Als er als Zivildienstleistender bei der Arbeiterwohlfahrt Schüler betreute, wurde er von diesen gefragt, was denn Verwaltungsfachangestellter für ein Beruf sei. „Das wusste ich auch nicht und habe es dann einmal gegoogelt.“

Von ihren Bewerbern verlangt die Stadt einen überdurchschnittlich guten Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur. Wichtig sind zudem gute Kenntnisse in Deutsch, Rechtschreibung und Ausdrucksvermögen.

In der Ausbildung verdienen die Azubis 750 Euro (1. Jahr) bis 850 Euro brutto (3. Jahr). Das Einstiegsgehalt beträgt rund 2000 Euro. Seit einigen Jahren gibt die Stadt ihren Absolventen erst einmal nur einen Anschlussvertrag für ein Jahr. Bleiben können sie danach nur, wenn eine Stelle frei ist. In den vergangenen sieben Jahren habe man aber alle Absolventen unterbringen können.

Bewerber sollen ihre Unterlagen schnellstmöglich an Christiane Adler von der Personalabteilung schicken, Hauptstraße 45, christiane.adler@dreieich.de, Telefon: 06103/601-550.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare