Finanzen in Dreieich

Stadt Dreieich muss in Rücklagen greifen

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Dreieichs Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) legt den Haushalt 2019 vor. Bemerkenswert: Trotz drastisch gesunkener Einnahmen wird die Stadt weiter in den Kita-Ausbau investiert.

Es ist erst drei Jahre her, da sprudelte die Gewerbesteuer in Dreieich so stark wie nie. Mit 54 Millionen Euro wurde 2015 eine Rekordsumme erreicht. Doch die fetten Jahre sind vorbei. 2017 kam es zu einem dramatischen Steuereinbruch. 2018 wird mit prognostizierten 20 Millionen Euro wohl der Tiefpunkt erreicht. Dies geht aus dem Haushaltsplan für 2019 hervor, den Bürgermeister und Kämmerer Dieter Zimmer (SPD) am Dienstagabend in der Stadtverordnetensitzung eingebracht hat.

Der scheidende Rathauschef rechnet mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 27,6 Millionen Euro. Das ist zu wenig, um einen ausgeglichenen Etat vorlegen zu können, zumal die Stadt große Summen in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert. Der jährliche Zuschussbedarf ist seit 2014 um 63 Prozent gestiegen. Er liegt 2019 bei 14,3 Millionen Euro.

Das Defizit beträgt 2,4 Millionen Euro. Der Nachtragshaushalt 2018 weist sogar ein Minus von 6,1 Millionen Euro auf. Für 2020 ist der Kämmerer vorsichtig optimistisch, er geht von einem positiven Jahresergebnis aus. Mit dem Griff in die Rücklage soll das Defizit ausgeglichen werden.

Ein großer Brocken im Haushalt sind die Personalkosten, die um drei Millionen Euro auf 27,8 Millionen Euro steigen. Die Stadt will 13 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, die Zahl der Beschäftigten erhöht sich auf 424.

9,3 Millionen Euro will die Stadt 2019 investieren. Das ist etwas mehr als in diesem Jahr, aber es sind acht Millionen Euro weniger als 2017. Die Hälfte der Investitionen geht in den Straßenbau. Die Nettoneuverschuldung liegt bei zwei Millionen Euro.

Der Kämmerer macht sich für eine Erhöhung der Grundsteuer stark, um die Einnahmesituation zu verbessern. Sie könnte 2020 um 100 Punkte und 2021 um weitere 50 auf dann 650 Punkte angehoben werden. Die Entscheidung darüber liegt bei den Stadtverordneten.

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