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Der parteilose Bürgermeister von Rodgau, Alois Schwab, ist in der Stichwahl gegen seinen SPD-Herausforderer. Eine Wahlempfehlung für Schwab schlossen am Montag der CDU-Vorsitzende Bernhard Knaf und die unterlegenen CDU-Kandidatin Anette Schweikhart-Paul aus. Ob sie sich zu dem Rat durchringen, den Kandidaten der Kooperation, Jürgen Hoffmann (SPD) zu unterstützen, wollten sie noch mit den Parteikollegen beraten. Knaf äußerte sich eher ablehnend.

Rodgau

Schwab stürzt CDU in die Krise

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Anette Schweikart-Paul ist "nicht überrascht" von ihrer Niederlage. "Es ist uns nicht gelungen, klarzumachen, dass Schwab eine Katastrophe als Bürgermeister ist", sagt CDU-Vorsitzender Knaf.

Eine Katastrophe nennt es Bernhard Knaf. "Das kann man nicht beschönigen", sagt der Rodgauer CDU-Vorsitzende. Gerade einmal 22,1 Prozent hat seine Kandidatin, Stadtverordnetenvorsteherin Anette Schweikart-Paul, am Vorabend bei der Bürgermeisterwahl geholt.

Selbst in ihrem Heimat-Stadtteil Weiskirchen stimmte nicht einmal ein Viertel der Wähler für die 55-Jährige. Mit mehr als 30 Prozent und dem Einzug in die Stichwahl am 11. Oktober habe man eigentlich gerechnet, sagt Knaf.

Zwei Stunden zuvor beim Kreisverband der CDU hatte man sich noch zugeknöpft gegeben. Viel Lob von Parteichef Peter Walter für den Gewinn der Direktmandate zum Bundestag, das gute Abschneiden Oliver Quillings bei der Landratswahl - nichts über das Desaster in Rodgau.

Die Rodgauer Wahl werde wie die Wahl in Dietzenbach oder die Bürgerentscheide in einer Vorstandssitzung analysiert, heißt es knapp. Auch die drei Vertreter der größten Stadt im Kreis blieben stumm.

Schweikart-Paul räumt dagegen später ein, dass das schwache Abschneiden sie nicht wirklich überrascht habe. Besonders in Jügesheim, wo Alois Schwab gut 50 Prozent erreichte, habe der vor gut einem Jahr aus der CDU ausgeschlossene Bürgermeister eben noch viele Anhänger, sagt Schweikart-Paul. Dort hat sie nur 15,2 Prozent geholt. Zudem habe sich der Amtsbonus ausgezahlt.

"Es ist uns nicht gelungen, klarzumachen, dass Schwab eine Katastrophe als Bürgermeister ist", sagt Knaf. Die meisten Stimmen habe Schwab, der am Sonntag knapp vor dem Kandidaten der Kooperation Jürgen Hoffmann (SPD) landete, sicherlich aus dem CDU-Lager bekommen.

Hoffmann wie Schwab warben bereits am Wahlabend um die Unterstützung der CDU. Wem die 5275 Wähler, die am Sonntag für Schweikart-Paul votierten, bei der Stichwahl mehrheitlich ihre Stimme geben, kann das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Bürgermeister und dem ehrenamtlichen Stadtrat schließlich entscheiden.

Keine Empfehlung für Schwab

Eine Wahlempfehlung für Schwab schlossen am Montag beide CDU-Politiker aus. Ob sie sich zu dem Rat durchringen, den Kandidaten der Kooperation, Jürgen Hoffmann (SPD) zu unterstützen, wollten sie noch mit den Parteikollegen beraten. Knaf äußerte sich eher ablehnend.

CDU und Kooperation hätten ihren Wählern gemeinsam unmissverständlich klar machen müssen, dass jede Wahl besser sei als die Schwabs. Das habe die SPD abgelehnt. Mit Blick auf die Kommunalwahl 2011 gehe es nun darum, die CDU von allen Schwab-Sympathisanten zu bereinigen. Alle Mitglieder müssten sich entscheiden, ob sie "zu uns halten oder zu Schwab".

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