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Der Buchschlager Bürgersaal ist bereits abgerissen, und am liebsten würde die Stadt auch den alten Schneckenbrunnen dem Erdboden gleichmachen. Allerdings hat sie dabei nicht mit dem Widerstand des Erbauers gerechnet. Künstler Bernd Rosenheim (78), der den Brunnen 1980 schuf, will den Abriss verbieten und droht mit Klage.

Dreieich

Der Schneckenbrunnen wird teuer

Die Skulptur vor dem Bürgersaal Buchschlag würde die Stadt nur allzu gerne abreißen - doch sie hat die Rechnung ohne den Künstler gemacht. Der droht jetzt mit Klage. Von Maurice Farrouh

Von Maurice Farrouh

Der Brunnen auf dem Bürgersaalgelände in Buchschlag droht für die Stadt zum Zankapfel zu werden. Denn wenn die Stadt das Grundstück wie geplant verkaufen will, muss der Brunnen weg.

Der Bürgersaal ist bereits abgerissen, und am liebsten würde die Stadt auch den alten Brunnen, der seine besten Tage bereits gesehen hat, dem Erdboden gleichmachen. Allerdings hat sie dabei nicht mit dem Widerstand des Erbauers gerechnet. Künstler Bernd Rosenheim (78), der den Brunnen 1980 schuf, will den Abriss verbieten und droht mit Klage.

"Es kann nicht sein, dass das Werk des Künstlers der Vernichtung übergeben wird", sagt Heinz Meyer, Kurator der Rosenheim-Stiftung. Zwar lege es Rosenheim keineswegs auf eine Konfrontation mit den Stadtoberen an. "Wir sind an einer einvernehmlichen Lösung interessiert."

Einem Rechtsstreit will die Stadt aus dem Weg gehen

Er müsse aber darauf hinweisen, dass ein Entschluss zum ersatzlosen Abriss "gewisse Mechanismen in Bewegung" setze. Rosenheim sei in diesem Fall zur Klage gezwungen, um seine Rechte zu wahren.

Einem Rechtsstreit mit dem Künstler will die Stadt nach Möglichkeit aus dem Weg gehen - auch wenn sie ihn ihrer Einschätzung nach sicher gewinnen würde. "Wir haben die Angelegenheit von Juristen prüfen lassen. Eine Klage hat keine Aussicht auf Erfolg", sagt Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD). Trotzdem werde man mit Rosenheim nach einer Lösung suchen - aus Respekt vor dem Künstler und auch, weil einige Bürger sich den Erhalt des Brunnens wünschten.

Suche nach neuem Standort

Auch wenn Rosenheim den Rechtsstreit verlieren sollte - was sein Kurator anders als die Stadt Dreieich nicht für ausgemacht hält - hätte ein Verfahren für die Stadt unangenehme Folgen. Denn es würde den Verkauf des Grundstücks, der noch dieses Jahr über die Bühne gehen könnte, auf unbestimmte Zeit verzögern.

Vorstellen können sich beide Seiten, dass der Brunnen an einen anderen Standort versetzt wird. Eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Fraktionen, Bürgerverein und Interessenvertretern Rosenheims will sich jetzt um eine Lösung bemühen. Geeignete Plätze sind zwar vorhanden. Unklar ist aber, wer den Umzug bezahlen soll. Nach Berechnungen der Stadt kostet der 125.000 Euro.

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