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Dieses Jahr gibt es noch viel Streusalz.

Warmer Winter

Das Salzverklumpt

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Die Winterdienste haben noch riesige Vorräte Streusalz in ihren Lagern. Wegen der Feuchtigkeit verklumpt das Salz.

Die Not war groß. Die Winterdienste fuhren ständig Extraschichten, das Salz ging zum Beispiel in Offenbach schon vor Weihnachten aus, der Dienstleistungsbetrieb ESO musste auf Split umsteigen. Im Dietzenbacher Gewerbegebiet rutschen die Lastwagen auf eisglatten Straße so hilflos herum, dass die SPD in einem eilig formulierten Antrag eine Ausweitung des zu streuenden Gebiets forderte. 185 Tonnen hatten die Kommunalen Betriebe Rödermark vor einem Jahr bereits an Salz verpulvert – so viel nie zuvor. Und die sich überall auftuenden Schlaglöcher machten den Kommunen zudem finanziell arg zu schaffen. So war’s in der letzten Saison.

Diesmal bleiben die Städte bislang auf dem im letzten Winter noch so heiß begehrten Salz sitzen. 200 Tonnen haben zum Beispiel die städtischen Betriebe in Dietzenbach eingelagert, doch bislang höchstens eine Tonne verbraucht, wie der technische Betriebsleiter Michael Würz berichtet. 13 Mann halte er dennoch ständig in Einsatzbereitschaft für den Fall, dass es doch mal spiegelglatt werde. Zum Glück sei das Dietzenbacher Salz trocken gelagert, denn sonst verklumpe es.

Genau das ist aber in einigen Kommunen ein Problem. Die ESO etwa hat 300 Tonnen ihres 550 Tonnen großen Salzvorrats in loser Schüttung auf einer Betonfläche auf dem Gelände des Wertstoffhofs gelagert. Erst 30 Tonnen habe man gebraucht, sagt Christian Loose, kaufmännischer Projektleiter beim Offenbacher Dienstleistungsbetrieb. Doch auch der Rest des offen lagernden Salzes sollte besser verbraucht werden, sagt er. Denn es tue dem Betonboden nicht gut und nehme anderweitig benötigten Platz weg. Dazu kommt: „Besser wird das Salz durch die Lagerung nicht.“ Die Feuchtigkeit lasse es verklumpen. Schon wegen dieses Lagerungsproblems werde die große Salzhalle, die acht Kommunen in Wiesbaden errichten, von Riesenvorteil sein. Dort sollen im kommenden Winter 10.000 Tonnen Salz vorgehalten werden, vom dem außer den Offenbachern, auch die Neu-Isenburger und Langener profitieren werden.

Gerüstet für den Dauerfrost

Auch in Rodgau droht das Salz zu verklumpen. Von den 190 Tonnen sind dort gut 15 Tonnen verbraucht. Ein Teil des Streuguts aber lagert nach Angaben von Pressesprecherin Sabine Fischer in einem überdachten Außenbereich, der jedoch zu einer Seite hin offen ist, so dass Feuchtigkeit dem Salz zusetzt. Das sei dann schwieriger auszubringen. 180 Tonnen, 20 mehr als im Vorjahr, haben die kommunalen Betriebe der Stadt Rödermark eingelagert. Und auch sie haben erst 15 Tonnen verbraucht. Dass sie bisher auf dem Salz sitzen bleiben, sei kein Problem versichert Pressesprecher Heiko Friedrich. Man habe Streusalz mit Trennmittel gekauft, das man auch im kommenden Winter noch verwenden könne. Zudem spare die Stadt Kosten für den Winterdienst.

Aber der Winter sei ja noch nicht zu Ende, betonen alle Befragten. Viele eisige Tage können noch kommen. Und wirklich: Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach sagt Dauerfrost voraus.

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