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Für den Auftritt des Kabarettisten Georg Schramm in Rödermark, für den am 1. Dezember der Vorverkauf beginnt, gibt es erstmals auch Sozialkarten für vier Euro.

Rödermark

Auf dem Weg zum Rödermark-Pass

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Kultur für alle ist das Ziel. Dafür bietet das Alternative Zentrum (AZ) den gut 1000 Rödermärkern, die von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung im Alter leben, künftig Eintrittskarten zum halben Preis.

Damit steigt der Veranstalter zum einen auf eine Initiative des Kabarettisten Georg Schramm ein, der sich, wie der AZ-Chef Lothar Rickert sagt, schon lange dafür einsetzt, die auf Sozialleistungen angewiesenen Zuschauer, nicht vom Theaterbesuch auszuschließen. Für Schramms Auftritt am 4. Mai, für den am 1. Dezember der Vorverkauf beginnt, wird es die Sozialkarten schon für vier Euro geben.

„Das wird uns möglicherweise weniger Einnahmen bringen“, sagt Rickert. Man versuche aber, die Künstler an der Aktion zu beteiligen.

Fünf Prozent des Kartenkontigents sollen reserviert werden. Sie können von jedem, der einen Berechtigungsausweis für den Rödermärker Brotkorb oder die Kleiderkammer hat, bis 14 Tage vor der Veranstaltung im Kulturbüro der Stadt in der Kulturhalle gekauft werden.

Dabei soll es, so Rickert, aber nicht bleiben. „Wir preschen vor – und hoffen, dass sich die Stadt beteiligt“, sagt er. Er setzt auf einen „Rödermark-Pass“, der nicht nur den günstigen Eintritt zu Konzerten oder Kleinkunst ermöglicht, sondern auch etwa für das Badehaus. Rickert will sich auch bei anderen Kulturveranstaltern und Vereinen in Rödermark dafür einsetzen, dass „die Initiative Kreise zieht“. Das Rödermärker Beispiel könne vielleicht sogar bald im Kreis Offenbach oder hessenweit Schule machen, meint Rickert.

Eine ähnliche Initiative für ein Rödermärker „Kulturticket“ haben die Stadtverordneten auf Antrag der SPD bereits im Mai mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht. Damals beauftragten sie den Magistrat anzustreben, dass für jede Kulturveranstaltung 25 Plätze zu einem Festpreis von 5 Euro bereitgestellt werden.

Die Verwaltung arbeite an einem Entwurf für einen solche Rödermark-Pass, bestätigt Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) auf Anfrage. Der Magistrat werde sich wohl am Montag in zehn Tagen mit dem Thema befassen. An seiner Sympathie für den Vorstoß des Alternativen Zentrums ließ Kern keinen Zweifel: „Ich kann das nur sehr begrüßen.“

In Frankfurt gibt es bereits seit 1991 den Frankfurt-Pass, eine Karte, die es Menschen, die weniger als ein bestimmtes Netto-Einkommen zur Verfügung haben, ermöglicht, für nur einen Euro ins Schwimmbad oder den Zoo zu gehen. Mit dem Sozialpass kommen Inhaber zudem zum halben Preis in die Oper und können ermäßigte RMV-Karten kaufen.

Die Stadt Bad Homburg hat dieses Jahr nach langer Diskussion ebenfalls einen solchen Pass eingeführt. So kostet dort das Stadtbusticket für dessen Inhaber nur noch ein Viertel, Erwachsene könne zum Kinderpreis ins Schwimmbad gehen und für je sechs Euro Konzert- oder Kabarett-Karten erstehen.

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