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Demnächst ein Leerstand: das Alte Rathaus.

Langen

Paukenschlag zum Abschied

Bevor das Museum im Alten Rathaus schließt, zeigt sich die Kunstszene des Kreises noch mal mit einer großen Schau. Das freut die Stadtoberen langes, auch wenn es ihren Beschluss, das Haus aufzugeben, nicht weiter berührt.

Von Maurice Farrouh

Es ist wahrscheinlich die letzte Ausstellung im Stadtmuseum im Alten Rathaus, das die Stadt aus Kostengründen dicht machen will: der dritte Langener Salon der Kunst. Bei der großen Werkschau geben 30 lokale Künstler Einblicke in ihr Schaffen. Am Freitag, 16. November, ist Eröffnung. Die Ausstellung ist bis zum Jahresende zu sehen. Neben dem Alten Rathaus am Wilhelm-Leuschner-Platz bietet auch die gegenüberliegende Schererhalle den Kunstschaffenden Raum zur Entfaltung.

Die Stadtoberen sind stolz auf die blühende Kunstszene, die sich ihrer Ansicht nach in Langen entwickelt hat. „Unsere Kulturszene zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Fülle hochkarätiger bildender Künstler aus “, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). Tatsächlich hat sich die Zahl der Aussteller im Vergleich zum vorherigen Salon verdoppelt, weshalb die Ausstellung erstmals an zwei Orten parallel stattfindet.

„Die Schererhalle mit ihren Galerieräumen im ersten Stock ist eine spannende Ergänzung zum Alten Rathaus“, sagt der städtische Kulturchef Joachim Kolbe. Die Schau verspreche erneut, ein großer Erfolg zu werden. Natürlich sei es schade, dass das Stadtmuseum im Zuge der Haushaltskonsolidierung geschlossen werden solle. „Das ist ein Rückschritt, ganz klar.“ Die Kunstszene sei aber lebendig genug, um sich ihre Infrastruktur in Zukunft selbst zu schaffen. „Unsere Kulturszene ist wetterfest.“

Auch wenn die Stadt keinen eigenen Ausstellungsraum mehr bieten könne, bleibe die Kulturförderung hilfsbereiter Berater, der in Verhandlungen mit Immobilienbesitzern manche Tür öffnen könne. Mit dem „Langener Boulevard“ auf der Bahnstraße sei eine vielversprechende neue Veranstaltung entstanden. Auch am Langener Waldsee kann sich Kolbe in Zukunft Ausstellungen oder andere Kunst- und Kultur-Events vorstellen. „Da gibt es viele Möglichkeiten.“

Das Museum soll indessen nach den Sparplänen von Bürgermeister Gebhardt geschlossen, aber nicht aufgegeben werden. Die Dauerausstellung zur Langener Stadtgeschichte soll weiter für Schulklassen und Volkshochschulkurse nach Voranmeldung offenstehen. Feste Öffnungszeiten und neue Ausstellungen soll es aber nicht mehr geben – auch weil Stadtarchivar Herbert Bauch in Pension geht und die Stadt die Stelle streichen will. „Wir halten das für vertretbar“, sagt Kolbe. „Es ist ja nicht so, dass die Leute vor dem Museum Schlange gestanden hätten.“

Der Salon der Kunst beginnt mit einer Vernissage am Freitag, 16. November, um 20 Uhr im Museum Altes Rathaus, Wilhelm-Leuschner-Platz 3. Eintritt frei. Danach ist die Schau samstags von 10 bis 12 und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie an den ersten beiden Adventswochenenden freitags bis sonntags von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt: 1 Euro.

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