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Viele Eltern haben im vergangene keinen Betreuungsplatz für ihr Kind von unter und über drei Jahren bekommen. (Symbolbild)

Langen

Parteien streiten über mangelnde Kita-Plätze

Viele Eltern haben im vergangene keinen Betreuungsplatz für ihr Kind von unter und über drei Jahren bekommen.Die CDU wirft der SPD deshalb nun „Kita-Chaos“ vor. Die Sozialdemokraten sprechen von "billigem Wahlkampfgetöse".

Von Janos Erkens

Der Streit um die mangelnden Betreuungsplätze in Krabbelstuben und Kindergärten erhitzt die Gemüter der opponierenden Fraktionen. Vom „Kita-Chaos“ spricht die CDU, weil im vergangenen Jahr viele Eltern keinen Betreungsplatz für ihr Kind von unter und über drei Jahren bekommen hatten. Außerdem fordern die Christdemokraten vom Magistrat mehr Transparenz bei der Vergabe der Plätze.

Als „billiges Wahlkampfgetöse“ bezeichnet die SPD diese Äußerungen in einem entsprechenden Antwortschreiben. Schließlich habe die CDU in den letzten fünf Jahren keine eigenen Ideen zur Verbesserung der Betreuungssituation in Langen beigetragen.

Anstoß des Wortwechsels zwischen den Fraktionen hatte die besagte Pressemitteilung der CDU gegeben. Da die Verteilung der Plätze für das Jahr 2016 / 17 anstehe, forderte die Fraktion den Magistrat auf, Auskunft darüber zu geben, wie viele Kinder dabei keinen Platz erhalten werden. Außerdem sollten Eltern erfahren, auf welchem Platz der Warteliste ihr Kind jeweils stehe. Weitere Kritikpunkte im Schreiben der Christdemokraten sind außerdem, dass der Magistrat kein Konzept vorgelegt habe, den steigenden Bedarf an Kita-Plätzen sicher zu stellen sowie die einkommensabhängigen Kita-Gebühren.

Zu wenig Personal

Dabei räumt die Stadt in ihrem Antwortschreiben zwar ein, dass zum laufenden Kindergartenjahr 2015/16 genau 119 Mädchen und Jungen von drei Jahren an ohne Kita-Platz geblieben seien. Dazu seien noch einmal fast genau so viele Kinder von unter drei Jahren gekommen, nämlich knapp 100. Ein „Kita-Chaos“ sei das jedoch genau so wenig, wie die Vergabe der Plätze „undurchsichtig“ sei, schreibt Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). Dass es generell zu wenige Kita-Plätze für die steigende Zahl der Kinder in Langen gebe, läge zum Teil schlicht am Mangel von qualifizierten Fachkräften: Aus diesem Grund konnten rund 80 Plätze nicht vergeben werden. Das sei jedoch in Ballungsräumen durchaus üblich.

Die Vergabe der bestehenden Plätze sei davon abgesehen „kein Geheimnis“: Sie erfolge nach einer mit dem Gesamtelternbeirat abgestimmten Kriterienliste, die etwa berücksichtigt, ob Eltern berufstätig sind oder nicht. Nachdem zuletzt ein Elternpaar gegen die Vergabepraxis geklagt habe, überprüfe der Magistrat derzeit die Liste, so Gebhardt weiter.

Außerdem kritisiert die SPD, dass die Christdemokraten bisher nicht zugestimmt hätten, wenn Neubauprojekte für Kindertagesstätten im Stadtparlament verabschiedet wurden.

Wie Gebhardt ankündigt, werde etwa der Verein „nanus“ im Sommer in einer von der Stadt geförderten Einrichtung für 48 Mädchen und Jungen Kita-Plätze schaffen. Außerdem sind derzeit ein Neubau und zwei Erweiterungen von Kitas geplant: So entstehen in der neuen Kita Belzborn zusätzliche Plätze, außerdem werden die Kitas Sonnenschein und die Kita der Martin-Luther-Gemeinde an der Berliner Allee erweitert.

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