Kreis Offenbach

Neugierig aufs Ehrenamt

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14 Jugendliche erhalten nach einjährigem Engagement den Interkultur-Pass - das Dokument, das ihre Teilnahme an Seminaren und ehrenamtlichen Projekten belegt.

Ein gutes Jahr sei es gewesen, da sind sich Jasmina, Tuba und Melisa einig. Viel hätten sie gesehen und gelernt, sagen die drei 17-Jährigen. Gemeinsam mit elf weiteren Jugendlichen haben sie am „Interkultur-Pass- Projekt, kurz „I-Pass“, teilgenommen. „Ein Jahr haben wir Seminare besucht und bei ehrenamtlichen Projekten hospitiert“, erzählt Jasmina. Am Freitag erhielten die Jugendlichen im Kreishaus ihre Urkunden, einige auch die Ehrenamts-Card.

„Der I-Pass soll das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen fördern“, sagt Projektleiter John Kannamkulam. “Mit ihm haben die jungen Teilnehmer in den vergangenen zwölf Monaten verschiedene Workshops besucht. „Wir waren auf Einladung der früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Uta Zapf in Berlin und haben den Reichstag besucht oder wir waren der Gedenkstätte KZ Sachsenhausen“, sagt Tuba. Zum Programm gehörten auch Seminare zu Menschenrechtsthemen oder wie man Jugendarbeit in Vereinen anbieten kann. Zusätzlich haben alle Jugendlichen Praktika absolviert, etwa bei der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Roten Kreuz, oder sie engagierten sich politisch in der Kreisschülervertretung oder bei den Jusos, sagt Tuba.

Besonders beeindruckt habe sie das Filmseminar, sagen die drei Mädchen. „Da wurde der Film ‚Der älteste Schüler der Welt‘ gezeigt – ein Film über einen Kenianer, der mit 88 Jahren noch das Lesen erlernen möchte“, sagen sie, „da flossen einige Tränen beim Zuschauen.“ Der Film sollte allen Schülern gezeigt werden, meinen sie, denn „er öffnet die Augen darüber, wie gut unser Schulsystem in Deutschland ist - hier darf jeder zur Schule gehen.“

„Mit dem Projekt kann mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, dass junge Menschen sich nicht ehrenamtlich engagieren möchten“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Carsten Müller (SPD) bei der Verleihung. Dem stimmt auch Hüsamettin Eryilmaz, Vorsitzender des Ausländerbeirats und des Deutsch-Türkischen Forums Stadt und Kreis Offenbach, zu: „Der I-Pass ist ein sehr zielführendes Konzept, das junge Menschen bei ihrem Einsatz für die Gesellschaft fördert.“

Besonders freut ihn, dass mehrheitlich Mädchen sich im Projekt eingebracht haben: „Das widerlegt auch gleich, dass es schwierig wäre, Mädchen mit Migrationshintergrund für das Ehrenamt zu gewinnen.“ Auch die Eltern erreiche man durch das Projekt. „Man muss bedenken, dass es in deren Herkunftsländern oft keine vergleichbaren Vereinsstrukturen gibt: Also ist es wichtig, dass wir zeigen, welche Möglichkeiten es in Deutschland gibt, sich einzubringen. Denn der Wille dazu, der ist da.“

Das bestätigen auch Melisa und ihre Freundinnen, in ihrem Freundeskreis seien viele neugierig geworden und hätten sie gefragt, was sie denn beim I-Pass machen.

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