+
Das Ausstellungsteam.

Langen

Nahostkonflikt in der Stadthalle

Schüler der Dreieichschule haben über sechs Monate hinweg eine Ausstellung zum Konflikt um Israel und Palästina entwickelt. Irgendwie haben sie es geschafft, politisch neutral zu bleiben. Allein das ist schon Grund genug, sich die Schau anzusehen.

Von Juliane Mroz

Uns ist klar, dass wir uns auf ein politisches Minenfeld begeben“, sagt Stefan Trier, Lehrer für Politik, Wirtschaft und Englisch an der Dreieichschule. 18 Schülerinnen und Schüler seines Leistungskurses haben eine Ausstellung über den Nahostkonflikt entwickelt. Sie wird am Montag in der Neuen Stadthalle eröffnet und die ganze Woche zu sehen sein. Trier leitet das Projekt zusammen mit Wolfgang Geiger, dem Fachvorsitzenden für Geschichte der Dreieichschule, der auch Geschichtsdozent an der Uni Frankfurt, am Fritz-Bauer-Institut und am Jüdischen Museum in Frankfurt ist.

„Eine Schwierigkeit besteht darin, dass wir politisch neutral bleiben mussten, was unsere Formulierungen und Quellen angeht“, sagt Marcel Wieting. Er und seine Mitschüler arbeiteten in Gruppen an Postern, auf denen sie die Geschichte des Konflikts, aber auch einzelne Themen wie Wasserknappheit oder die Situation der Frauen in Israel und Palästina darstellen. Auch um die Organisation der Ausstellung, die grafische Gestaltung von Postern und Plakaten und um die Werbung kümmerten die Schüler sich selbst.

Besuch aus Palästina

Zu Beginn der rund sechsmonatigen Projektphase führte Geiger die Schüler in das Thema ein, später besuchte der palästinensische Politiker Abdallah Frangi den Kurs. „Wir hatten auch Michel Friedman angefragt, der ebenfalls gern gekommen wäre, allerdings konnten wir keinen passenden Termin finden“, sagt Trier.

„Bei der Arbeit am Projekt haben wir gemerkt, wie wenig wir vorher über das Thema wussten, und dass wir auch Vorurteile hatten“, sagt Rafael Zincke. Die Schüler mussten abwägen, welche Quellen sie für geeignet halten und darauf achten, keine Stereotypen zu bedienen und kein Ungleichgewicht entstehen zu lassen. „Das fing schon beim Namen der Ausstellung an. Wir diskutierten, ob Palästina oder Israel vorne stehen soll“, sagt Isabel Kreutzer. Die Gruppe entschied, Israel wegen der alphabetischen Reihenfolge zuerst zu nennen.

Reise durch Israel

Die Schüler arbeiteten teils im Unterricht, teils in ihrer Freizeit an dem Projekt. Lehrer Trier reiste durch Israel, machte Fotos, die jetzt Teil der Ausstellung sind. Außerdem gibt es eine Präsentation, die ins Thema einführt, Zusammenfassungen zum Mitnehmen und eine Stellwand, auf der die Besucher Kommentare auf Klebezetteln hinterlassen können. Nach dem Ende der Ausstellung wollen die Schüler das Material im Internet veröffentlichen.

Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) ist Schirmherr der Ausstellung und spendiert unter anderem die Getränke für die Eröffnung; finanzielle Unterstützung gibt es vom Frauenbüro und vom Förderverein der Dreieichschule. „Wir machen vieles selbst und konnten die Kosten auf rund 1000 Euro runterbrechen“, sagt Trier. Auch dabei hilft die Stadt; die Poster werden auf einem Gerät gedruckt, das normalerweise Baupläne zu Papier bringt.

Die Ausstellung „Israel & Palästina – Keine Ruhe im Nahen Osten?“ wird am Montag, 12. November, um 11.30 Uhr im Untergeschoss der Langener Stadthalle, Südliche Ringstraße 77, eröffnet. Sie läuft bis Freitag, 16. November, täglich von 8 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare