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Grün zwischen den Städten: Peter Kämmerling.

Rodgau

Leidenschaft fürs Grüne

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Peter Kämmerling leitet jetzt den Fachdienst Stadtplanung, Umwelt, Grünpflege der Kommune Rodgau. Der Ingenieur für Landschaftsarchitektur war zuvor lange bei der Werkstatt Frankfurt in leitender Position.

Nach zwei Jahren mit Interimsführung hat die Stadt Rodgau zum 1. Oktober einen Leiter für den Fachdienst zwei eingestellt. Der im Zuge der Verwaltungsreform völlig neu zugeschnittene Fachdienst kümmert sich um die Bereiche Stadtplanung, Umwelt und Grünanlagen. Die Wahl der Stadt fiel auf den 46 Jahre alten Peter Kämmerling.

Er hat neben dem Alltagsgeschäft zwei Ziele auf der Agenda, wie er sagt: Den Aufbau eines Grünflächenkatasters und die Team-Bildung in seinem neuen Fachdienst. Das Kataster soll einen Überblick über die Grünflächen, deren Bewuchs und die damit verbundenen Pflegemaßnahmen ermöglichen. In seiner vorigen Stelle in Maintal habe er das bereits gemacht und könne auf die dort gesammelten Erfahrungen zurückgreifen.

"Erstmal alle kennenlernen"

Zudem habe sein Fachdienst eine neue Struktur, deshalb „müssen wir uns alle erstmal kennenlernen und die Zusammenarbeit erproben“, so Kämmerling. Die Zusammensetzung mit aktuell rund 20 Mitarbeitern ist sehr breit, etwa bei der Altersstruktur oder den Aufgaben. Das Team müsse zusammenwachsen, die Arbeitsabläufe neu strukturiert werden, Synergien sollten gehoben werden. Ein Jahr gibt sich Kämmerling, dann soll seine Truppe schlagkräftig sein.

Der Diplom-Ingenieur für Landschaftsarchitektur bringt für dieses Projekt die nötigen sozialen Kompetenzen mit. Als Projektleiter Garten- und Landschaftsbau hat er bei der Werkstatt Frankfurt mit Langzeitarbeitslosen gearbeitet. „Da war die eierlegende Wollmilchsau gefragt, denn die Gruppe war in vielerlei Hinsicht extrem unterschiedlich“, erinnert Kämmerling sich. Die Lösungskompetenz und den Erfahrungsschatz, die er dort gewonnen habe, könne er auf die Situation in Rodgau übertragen, wo ihn „auch eine Querschnittsaufgabe“ erwarte.

Kämmerlings Steckenpferd ist weniger die Stadtplanung als das Grüne. So begrüßt er zum Beispiel die jüngst eingeleitete FSC-Zertifizierung des städtischen Forsts. Welche Bäume künftig wo gepflanzt werden, müsse man dabei ebenso im Hinblick auf die Klimaentwicklung in den kommenden Jahrzehnten betrachten wie die Frage, „ob der Forst als Kiefer- Monokultur eine Perspektive in den nächsten 50 oder 80 Jahren hat“.

"Eine Führungskraft stellt Fragen"

Da die Stadt bereits gute Kompetenzen in der Stadtplanung habe, sei explizit kein Stadtplaner für die Amtsleitung gesucht worden, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD). „Eine Führungskraft beantwortet keine Fragen, sondern stellt sie“, so skizziert er die Aufgaben Kämmerlings als Moderator und Richtliniengeber statt in der Umsetzung. Kämmerling fügt hinzu, dass er als Praktiker aber genau wisse, was man bauen kann und was nicht.

Als Folge der Strukturreform wird das neu gestaltete Amt künftig eng mit der Wirtschaftsförderung für das weitere Wachstum der Stadt zusammenarbeiten. Eines der beiden Ämter werde bei jedem Projekt „den Hut aufhaben“, erläutert Hoffmann, sodass Bauherren oder Unternehmen nur einen Ansprechpartner haben.

Kämmerling ergänzt: „Wir entwickeln etwa Bebauungspläne in offenen Diskussionen. Da sagt dann schon mal ein Mitarbeiter, dass der von einem Kollegen vorgeschlagene Baum an diesem Standort nicht funktionieren wird.“ Solche Runden statt des bisherigen Umlaufverfahrens sollen eine höhere Planungsqualität bringen.

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