Kommune ist stolz auf Vermittlungserfolge

Kreis Offenbach liegt bei der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen bundesweit vorn

Der Kreis Offenbach hat im Jahr 2008 von den 69 Optionskommunen absolut die meisten Langzeitarbeitslosen vermittelt. Das geht nach Angaben des Kreises aus einem nicht öffentlichen Vergleichsranking hervor, an dem die Bertelsmann-Stiftung beteiligt ist. 4524 Menschen, die mindestens ein Jahr arbeitslos waren, vermittelte der Kreis demnach im vergangenen Jahr, 700 mehr als im Jahr zuvor.

Rechnet man die Einwohnerzahl mit ein, liegt der Kreis mit diesem Ergebnis bundesweit auf Platz 5. Innerhalb einer Vergleichsgruppe von strukturell und der Größe her ähnlichen Städten und Kreisen ist er bundesweit spitze. Die Vermittlungserfolge zahlen sich laut Kreis auch finanziell aus. Verwaltungs- und Unterkunftskosten seien um 1,2 Millionen Euro gesunken.

Die Zahlen bewiesen, dass der 2004 eingeschlagene Weg richtig sei, sagte Landrat Peter Walter (CDU) gestern. Der Kreis kümmert sich selbst um die Betreuung der derzeit gut 8000 Langzeitarbeitslosen, statt dies wie andere Kommunen gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit in einer Arbeitsgemeinschaft zu tun. "Wir sind nicht so bürokratisch aufgestellt wie eine bundesweite Behörde", sagte Walter.

Erfolgsabhängige Vergütung

Als entscheidend für die gute Vermittlungsquote bezeichnete der Kreisbeigeordnete Carsten Müller (SPD) die Gründung von Pro Arbeit, einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Private Vermittler sowie Führungskräfte würden erfolgsabhängig vergütet, je nachdem wie lange der Vermittelte seine Arbeit auch behält. Für das laufende Jahr befürchtet Müller allerdings, dass angesichts der schlechten Konjunktur die Vermittlungszahlen wieder sinken könnten.

Erfolge gebe es auch bei der Vermittlung von arbeitslosen Jugendlichen. Im Vergleich zu 2007 sei deren Zahl im vergangenen Jahr um 56 gestiegen. Das sei auch auf das Konzept "Work First" zurückzuführen. Die Projektteilnehmer müssen in einem Zeitraum von zwei Monaten viermal pro Woche für je vier Stunden pro Tag in eine Dependance der Kreisverwaltung kommen, um sich auf Vorstellungsgespräche vorzubereiten und Stellen zu suchen. cm

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