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Ob sich auch in Rödermark künftig Windräder drehen, ist unklar.

Rödermark

Jein zur Windkraft

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Stadtverordnete sprechen sich für Anlagen aus, wollen aber noch viel prüfen

Nach jahrelangem Dissens über das Thema Windkraft haben sich die Rödermärker Stadtverordneten nun einstimmig „grundsätzlich für die Nutzung der Windenergie und die Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Gebiet von Rödermark“ ausgesprochen.

Entschieden ist damit aber nichts. Erst einmal soll der Magistrat prüfen, ob das Aufstellen von Windrädern überhaupt möglich ist. Bis zur Sommerpause wird er auf Wunsch des Stadtparlaments Flächen ermitteln, die wegen ihres Windaufkommens dafür in Frage kommen, und prüfen, ob die Nutzung dort umweltverträglich wäre. Ermitteln soll der Magistrat zudem die möglichen Auswirkungen auf den Flugverkehr und die mögliche „Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Landschafts-Ästhetik“. Schließlich leiden die Rödermärker bereits unter dem Umspannwerk und den vielen Hochspannungsmasten.

Ob sich die CDU, die noch 2006 in Flugblättern vor einer Verspargelung Rödermarks warnte, wirklich dazu durchringen könnte, Windräder in ihrer Gemarkung zu akzeptieren, blieb auch nach der Sitzung offen. CDU-Fraktionschef Michael Gensert betonte, ohne die Akzeptanz der Bevölkerung würde es keine Windräder geben. Wer die Energiewende ernst nehme, müsse vor Ort damit anfangen, sagte er aber auch.

Probleme mit Messstation

FDP-Fraktionschef Tobias Kruger nannte den von CDU und Anderer Liste geänderten Antrag einen Spagat zur ersten Notrettung der Koalition. Der weitergehende SPD-Antrag, in dem bereits mit einer Energiegenossenschaft Gespräche über den Bau von Anlagen geführt werden sollten, fand keine Mehrheit.

Peter Schröder (Freie Wähler) wandte ein, der Bau von Windrädern von 120 Metern Höhe, wie er etwa der SPD vorschwebt, sei wahrscheinlich gar nicht möglich. Nach Recherchen beim Deutschen Wetterdienst verhindere das die Nähe zur 2010 in Betrieb gegangenen Messstation, einem hohen Turm an der Bundesstraße 486 zwischen Offenthal und Langen. In einer Entfernung von bis zu fünf Kilometern von diesem Turm dürfe kein Windrad errichtet werden, in einem Umkreis von bis zu 15 Kilometern nur Anlagen von höchstens 80 Metern Höhe. Ein Windrad an der Bulau, dem bevorzugten Standort der Freien Wähler, sei also nicht möglich, folgerte Schröder.

In einer Information des Deutschen Wetterdienstes zum Thema Windkraftanlagen heißt es, die Windräder könnten die Messwerte der Wetterradarsysteme negativ beeinflussen.

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