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Die ersten Bauwerke und Arbeiten an der neuen Ortsumfahrung sind schon zu sehen.

Offenthaler Ortsumgehung

Ab Frühjahr soll gebaut werden

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2013 soll der Bundesteil der Ortumfahrung von Dreieich-Offenthal fertig sein, ein Jahr später der Landesteil, die Ostspange, folgen. Diesen Zeitplan nannten am Montag Vertreter von Hessen-Mobil und Staatssekretär Bomba bei einem Besuch der Baustelle.

Nach jahrzehntelangem Warten scheinen nun für die Offenthaler ruhigere Zeiten in Sicht zu sein: Wenn die Ortsumgehung Dreieich-Offenthal B486 tatsächlich fertig ist, soll sich die tägliche Belastung der jetzigen Ortsdurchfahrt von 25000 Fahrzeugen auf 6500 reduzieren. Gestern stellten auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Peter Wichtel (CDU), Staatssekretär Rainer Bomba aus dem Bundesministerium für Verkehr, Bauwesen und Städtebau, Landtagsabgeordneter Hartmut Honka (CDU) und Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) mit Vertretern von Hessen-Mobil den Stand des Projektes vor. Der Bundesteil der Umgehung soll Ende kommenden Jahres, der Landesteil, die Ostspange, bis 2014 fertig sein.

Auch wenn an der Straße selbst im Moment nicht gearbeitet werde – „die Bevölkerung muss nicht unruhig werden, das Projekt ist nicht abgebrochen“, beteuerte Bundestagsabgeordneter Wichtel.

Die Ortsumfahrung Offenthal gehöre zu den wichtigsten Straßenbauprojekten des Bundes, deshalb werde alles dafür getan, sie rechtzeitig fertig zu bekommen, versicherte Bomba.

16,2 Millionen Euro werden in die insgesamt vier Kilometer lange, zweispurig ausgebaute Strecke mit allen begleitenden Bauwerken und Arbeiten wie etwa Renaturierung und Lärmschutz investiert. 3,3 Kilometer lang wird die Bundesstraße, die zuführende Ostspange L3001 wird 700 Meter lang. Von den Kosten zahlt 12,3 Millionen Euro der Bund, den Rest das Land.

Drei Brücken über die neue Trasse seien bereits fertiggestellt, sagte Achim Dingeldein, Projektmanager von Hessen-Mobil. Im August wurde der Fritzenwiesengraben renaturiert und zwei Tümpel angelegt, in diesem Monat sollen ein Durchlass für einen weiteren Graben und eine Überführung für einen Wirtschaftsweg über den Graben gebaut werden.

Außerdem würden die Versorgungsleitungen entlang der Trasse umgelegt und an den neuen Straßenverlauf angepasst. So beginnt am Mittwoch, 26. September, die HSE mit der Verlegung einer Gas-Hochdruckleitung. Die Arbeiten sollen bis Ende Februar dauern.

Der eigentliche Streckenausbau soll jetzt im Herbst ausgeschrieben werden und die Aufträge dann bis Frühjahr vergeben sein. Dann werde auch der Bau der Umgehungsstraße beginnen, sagte Dingeldein.

900 Meter Lärmschutzwand sind entlang der neuen Straße eingeplant. 500 Meter verlaufen entlang der Flurstraße, 200 Meter entlang auf einem Wall an der Quellstraße. Eine 30 Meter lange Wand in Höhe des Fritzenwiesengrabens sorgt für den Lückenschluss zwischen beiden Wänden, damit der Lärm nicht durch diesen Trichter eindringen kann.

Weitere 200 Meter laufen in beiden Richtungen entlang des Grabens. Der Lärmschutz werde noch vor Beginn der Straßenarbeiten aufgeschüttet, damit die Anwohner damit auch vor dem Baulärm geschützt sind, sagte Dingeldein.

Überlegungen von Staatssekretär Bomba, ob sich das Projekt nicht beschleunigen lasse, zerstreute allerdings Heiko Durth, Abteilungsleiter Bau von Hessen-Mobil. Die Möglichkeiten dafür seien angesichts des ohnehin gedrängten Zeitplanes sehr beschränkt, Fehler bei der europaweiten Ausschreibung dürften nicht passieren. Immerhin gab sich Durth sicher, dass die neue Bundesstraße tatsächlich bis Ende kommenden Jahres fertig ist.

Ein Schmankerl will Bomba noch überprüfen lassen. Vielleicht lasse sich der Lärmschutz mit Photovoltaik kombinieren, sagte der Staatssekretär. Bundesweit gebe es bereits drei solcher Pilotprojekte, „mal schauen, ob sich auch die Offenthaler Ortsumgehung dafür eignen würde“.

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