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In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt erlebt der vormals CDU-interne Machtkampf zwischen Kornelia Butterweck (Bildmitte, im grauen Kostüm) und Jürgen Rogg eine Neuauflage. Am 11. Oktober entscheiden die Bürger, ob die 53-jährige Stadtverordnetenvorsteherin (CDU) oder der 47-jährige Unternehmensberater (parteilos) künftig die Dietzenbacher Verwaltung führen. Das Bild entstand am Sonntagabend während der Stimmauszählung.

Dietzenbach

Eine pikante Konstellation

In Dietzenbach kämpfen zwei ehemalige CDU-Parteifreunde um das Bürgermeisteramt. Die unterlegenen Kandidaten diskutieren derweil, ob sie eine Wahlempfehlung abgeben. Von M. Farrouh

Von Maurice Farrouh

In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt erlebt der vormals CDU-interne Machtkampf zwischen Kornelia Butterweck und Jürgen Rogg eine Neuauflage. Am 11. Oktober entscheiden die Bürger, ob die 53-jährige Stadtverordnetenvorsteherin oder der 47-jährige Unternehmensberater künftig die Dietzenbacher Verwaltung führen.

"Es liegen zwei harte Wochen vor uns", sagt Butterweck. Besonders weil es gegen Rogg gehe, wolle sie ihr Profil in den nächsten Tagen weiter schärfen. Rogg hatte selbst für die CDU kandidieren wollen und trat aus, nachdem er die Kampfabstimmung gegen Butterweck verlor.

Im ersten Wahlgang am Sonntag, in dem SPD-Kandidat Rainer Engelhardt und Grünen-Chef Lothar Niemann ausschieden, lag Butterweck mit 29 Prozent der Wählerstimmen an der Spitze. Allerdings trennten sie nur rund 350 Stimmen von Verfolger Rogg (knapp 27 Prozent) - bei mehr als 20.000 Wahlberechtigten kein komfortabler Vorsprung.

"Ich glaube, dass ich als parteiloser Kandidat in der Stichwahl einen Vorteil habe", sagt Rogg. Dass er gegen eine frühere Parteikollegin antreten müsse, stelle ihn nicht vor Abgrenzungsprobleme. "Ich denke, ich unterscheide mich sehr deutlich von Frau Butterweck." Falls er die Stichwahl gewinne, wolle er als Bürgermeister schnell die Auseinandersetzungen der vergangen Wochen abhaken und zur Sachpolitik zurückkehren.

Dass er dazu wohl die Stimmen der CDU in der Stadtverordnetenversammlung bräuchte, sieht Rogg nicht als Problem. "Es gibt ja schon jetzt viele CDU-Mitglieder, die mich unterstützen."

Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) sagte: "Die Bürger haben weise entschieden und sich von den persönlichen Angriffen auf Frau Butterweck in den letzten Wochen nicht beeinflussen lassen." Besonders die SPD habe immer wieder versucht, Butterweck auf ihr Äußeres zu reduzieren. Er freue sich, dass die Wähler das nicht honoriert hätten.

Rhetorisches Geschick

Butterweck gehe als Favoritin in die Stichwahl. "Das gute Ergebnis von Jürgen Rogg ist vor allem seinem rhetorischen Geschick geschuldet", meint Kolmer. Als Gegner in der Stichwahl sei er deshalb auch nicht zu unterschätzen. Enttäuschung herrscht indessen bei den Verlierern.

"Das Ergebnis zeigt, dass viele Leute gewählt haben, die sich mit der Dietzenbacher Politik nicht auskennen", sagt Lothar Niemann, der als unabhängiger Kandidat angetreten war. Er bedaure, dass mit Rogg und Butterweck zwei Kandidaten in die Stichwahl einzögen, die das Thema Spessartviertel nicht anpacken wollten.

Der unterlegene SPD-Kandidat Rainer Engelhardt sagte, das Ergebnis sei eine bittere Enttäuschung. Seine Partei habe im Wahlkampf alles gegeben. Dass es nur für Platz vier gereicht hat, sei auch der "politischen Großwetterlage" geschuldet.

Sowohl Niemanns Unterstützerkreis als auch Grüne und SPD beraten, ob sie Wahlempfehlungen abgeben. Der neue Bürgermeister soll am 9. November im Parlament vereidigt werden.

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