Das Dietzenbacher JUZ weicht einem Bildungshaus.
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Das Dietzenbacher JUZ weicht einem Bildungshaus.

Dietzenbach

Das Bildungshaus wird teurer

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Das von der Stadt nach der Ausschreibung favorisierte Bauunternehmen hat sein Angebot zurückgezogen. Der für die Stadt zweitgünstigste Anbieter fordert 126.000 Euro mehr für die Errichtung des Bildungshauses. Das setzt Dietzenbach unter Druck.

Die Kosten für das geplante Bildungshaus auf dem Gelände des bisherigen Dietzenbacher Jugendzentrums an der Rodgaustraße steigen. Wie der Erste Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) jetzt dem Stadtparlament mitteilte, hat das von der Stadt nach der Ausschreibung favorisierte Unternehmen sein Angebot kurzfristig zurückgezogen.

Der für die Stadt zweitgünstigste Anbieter fordert aber 126?000 Euro mehr für die schlüsselfertige Errichtung des 900 Quadratmeter großen Hauses, das in Modulbauweise entstehen soll, knapp 2,3 Millionen Euro. Dazu kommen laut Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) Kosten für Architekten, Ausschreibung, Abriss, Umzug und Herrichtung des früheren Verwaltungsgebäudes der benachbarten Ernst-Reuter-Schule, die das Juz für eine Übergangszeit beherbergen soll.

Mit knapper Mehrheit stimmte das Stadtparlament – nach einer neuerlichen Grundsatzdiskussion über Sinn und Kosten des Bildungshauses – mit Stimmen der CDU und SPD der Bitte des Magistrats zu, die Projektsumme um gut 170.000 Euro auf 2,7 Millionen Euro zu erhöhen. Direkt nach der Sitzung beschloss der Magistrat am späten Montagabend die Auftragsvergabe, gestern sollte diese laut Bürgermeister Rogg erfolgen.

Die Stadt steht unter immensem Zeitdruck. Bis Jahresende muss sie, um Landesmittel von rund 1,5 Millionen Euro zu erhalten, 350.000 Euro für das Projekt ausgegeben und weitere 620.000 Euro in Auftrag gegeben haben.

Jüngst meldete nun auch noch die von der Stadt beauftragte Abrissfirma Insolvenz an, so dass das marode Gebäude noch steht. Die Stadt hat laut Rogg aber bereits ein neues Unternehmen beauftragt. Dieses sei bereits an der Arbeit, sagte Rogg gestern.

Die schlechten Nachrichten zum Bildungshaus ließen allerdings im Lokalparlament die Zahl der Projekt-Befürworter erneut schrumpfen. Auch zwei CDU-Stadtverordnete, Leonhard Pätzold und Anke Rast-Polnik, votierten in der namentlichen Abstimmung mit Nein. Ebenso die Fraktion der Bürger für Dietzenbach, Koalitionspartner der CDU. Fraktionschef Harald Nalbach warf dem Magistrat eine Salamitaktik vor und sprach von Gigantomanie. „Wir sollten darüber nachdenken, das Ganze zu stoppen.“

Bettina Matten-Gericke (UDS) nannte das Bildungshaus ein Fass ohne Boden. „Wir haben das Geld nicht“, sagte Nassif Khalil (Dietzenbacher Liste). SPD-Fraktionschef Peter Gussmann lobte dagegen, dass der Magistrat die Mehrkosten eingesteht.

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