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Es wird geräumt und gerodet am Baugebiet Heckenborn.

Wohnungsbau in Dreieich

Baubeginn am Heckenborn

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Es wird noch einige Zeit ins Land gehen, bevor dort, wo gerade die ersten Bäume gefällt werden, gewohnt werden kann. An der Herrnröther Straße in Sprendlingen beginnen die Vorarbeiten, um das künftige Baugebiet zu erschließen.

An der Herrnröther Straße in in Sprendlingen sieht es zurzeit aus wie kurz vor einer Holzauktion: Baumstämme liegen in hohen Stapeln, riesige Maschinen, sogenannte Harvester, rumpeln übers Gelände und türmen Stamm um Stamm auf, als wären es Streichhölzer. Im September hatte eine Mehrheit aus CDU und SPD in der Stadtverordnetenversammlung den Bebauungsplan für das lange umstrittene, knapp zwölf Hektar umfassende Baugebiet Heckenborn genehmigt. Jetzt haben die Vorarbeiten dazu begonnen.

Große Grünflächen

Fünf Baufelder mit insgesamt 45 000 Quadratmetern Fläche hat die Stadt hier verkauft, an private Bauherren gehen nochmals 15 000 Quadratmeter, die nicht sofort bebaut werden müssen. Etwa 410 Euro pro Quadratmeter betrage hier der Baulandpreis, schätzt Dreieichs Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos). 9700 Quadratmeter groß sind die öffentlichen Grünflächen, die das Gelände als immer breiter werdender, etwa 270 Meter langer Keil teilen.

Das einst dicht bewachsene Gelände ist bereits weitgehend abgeräumt, nur noch einzelne Bäume mit weißen Markierungen sind stehen geblieben. Diese würden in die künftige „Grünachse“ integriert, sagt der Wiesbadener Landschaftsarchitekt Dieter Herrchen. Er hat die „Umweltbegleitung“ des Projekts übernommen. Zum Ausgleich für die Landschaftsversiegelung habe man mit Hessen-Forst Grundstücke in der Luderbachaue ausgewählt, die künftig nicht mehr bewirtschaftet würden, sagt Herrchen.

Gestern begann die Suche nach möglichen Fliegerbomben und ähnlichen Kriegshinterlassenschaften. Danach können auch die letzten noch dort stehenden Gartenhütten abgerissen, die Wurzelstöcke herausgerissen und der Abfall, der sich in den vergangenen Jahrzehnten im Gestrüpp angehäuft hatte, beseitigt werden. Im April soll mit den Erschließungsarbeiten angefangen werden, der Vor-Ausbau dann bis zum Sommer 2015 fertiggestellt sein.

Häuser und Seniorenwohnungen

Am Heckenborn entstehen insgesamt 270 „Wohneinheiten“, also einzeln stehende Villen, Doppel- und Reihenhäuser sowie ein Gebäude für seniorengerechtes Wohnen. Die Vermarktung werde in den kommenden Wochen beginnen, sagt Projektentwicklerin Monika Endras von der Stuttgarter LBBW-Kommunalentwicklung. Das Interesse sei bereits groß.

Die Zufahrt zu dem künftigen Baugebiet werde über die ehemalige Raststätte an der Autobahn 661 erfolgen, sagt Bauleiter Karsten Reiß, ebenfalls von der LBBW-Kommunalentwicklung. Hier wird auch noch eine etwa 850 Meter lange Lärmschutzwand gebaut. Einige der geplanten Häuser haben nämlich nur etwa 250 Meter Abstand zu der vielbefahrenen Autobahn.

Auch der ehemalige Sprendlinger Bauhof, dessen Areal einen Teil des künftigen Baugebiets Heckenborn bildet, wird zurzeit abgerissen. Arbeiter mit Atemgerät in weißen Schutzanzügen sind gerade damit beschäftigt, asbesthaltige Eternitplatten abzuräumen. „In spätestens zwei Wochen sind die Gebäude verschwunden“, sagt Harald Piazzi von der Stadt, der den Abbruch überwacht.

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