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Die Speisekammer St. Josef tischte beim Ehrenamtsforum auf.

Neu-Isenburg Ehrenamtsforum

Arbeit, die glücklich macht

Ein Viertel der rund 200 Vereine in Neu-Isenburg hat sich am Samstag in der Hugenottenhalle der Öffentlichkeit präsentiert. Das erste Ehrenamtsforum in der Stadt diente neben der Repräsentation auch der Vernetzung der Initiativen untereinander.

Von Monica Bielesch

Während im Einkaufszentrum junge Familien an Schaufenstern entlangschlenderten und Kinder die dortige Wetterausstellung erkundeten, tummelten sich in der benachbarten Hugenottenhalle am Samstagmittag vornehmlich ältere Isenburger.

Gemeinsam mit dem Frauenbüro hatte die Stabsstelle Ehrenamt das 1. Neu-Isenburger Ehrenamtsforum initiiert. Und Vertreter von knapp 50 Vereinen und Institutionen waren gekommen und bevölkerten mit ihren Ständen die große Halle. Das Forum solle ermöglichen, dass Vereine und Gruppen ihre Arbeit präsentieren können und dass sie untereinander ins Gespräch kommen, sagte Claudia Lack von der städtischen Stabsstelle. „Am allerbesten finde ich die Vielfalt, die hier gezeigt wird“, freute sich Mit-Organisatorin Gabriele Loepthien vom Frauenbüro. Tatsächlich präsentierte sich beim Forum ein Querschnitt des bürgerlichen Engagements, das alle Themen des gesellschaftlichen Lebens widerspiegelte. Von Sport, über Musik, Schule, Kinderbetreuung, Kultur bis hin zum Fluglärm.

Und dass ein Ehrenamt durchaus selbstbewusst und glücklich macht, zeigte Marlis Otto gleich zu Beginn der Veranstaltung. Sie korrigierte auf charmante und herzliche Art Bürgermeister Herbert Hunkel, der von einem „Opfer“ der Ehrenamtlichen gesprochen hatte.

„Ein Ehrenamt ist kein Opfer, im Gegenteil“, sprach die 65-jährige Otto ins Mikrofon, „es ist sehr sinnvoll, man wird gebraucht, findet Freunde und bekommt Anerkennung“.

Trotzdem haben viele ehrenamtlich tätige Gruppen und Vereine immer wieder Probleme, Nachfolger für Vorstandsposten zu finden. Marlis Otto habe knapp zehn Jahre nach einer Nachfolgerin gesucht, erzählt sie lachend. Vor 21 Jahren hatte die damals frisch pensionierte Lehrerin die Isenburger Tagesmütter-Zentrale gegründet. Erst im vergangenen Jahr fand sie in Eva Dude eine Nachfolgerin für den Vorsitz des Vereins, der auch Babysitter und Notfallbetreuungen vermittelt.

„Mit einem Ehrenamt hat man keine Zeit krank zu sein“, lächelt Otto und ein Blick in ihr fast jugendlich wirkendes Gesicht lässt den Zuhörenden an einen Jungbrunnen glauben. Otto und Dude nutzten das Forum, um neue Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Ehrenamtlern zu vernetzen. „Aber es waren auch schon zwei junge Familien an unserem Stand“, berichtete Otto.

Wie schwer es ist, Vorstandsmitglieder zu finden, weiß auch die Schützengesellschaft 1961. Ein Jahr lang war der Posten des Präsidenten unbesetzt, nachdem Yvonne Lammersdorf nach 14 Jahren zurückgetreten war. „Es war mir zu viel geworden“, sagte Lammersdorf, die auch für die SPD im Stadtparlament sitzt und in diversen Gremien aktiv ist. Viele würden zwar den Schießsport ausüben wollen, aber mehr nicht, bedauerte Gerhard H. Gräber. Dabei leiste der Verein unter anderem auch Integrationsarbeit bei jungen Migranten.

Film-Erlebnisse bietet seit rund sechs Jahren die Initiative „Iseborjer Kinno“ Sie zeigt Filmkunst im Cineplace in Isenburg in gepflegter Atmosphäre. „Wir tun etwas für unsere Gemeinde“, sagte Initiative-Gründerin Gisela Mauer stolz. Das Ehrenamtsforum wollten die Filmbegeisterten nutzen, um das Angebot des „Iseborjer Kinnos“ noch bekannter zu machen. „Und wenn es ein nächstes Forum gibt, sind wir auf jeden Fall wieder dabei“, so Mauer.

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