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Die Kita in der Zimmerstraße ist schon über 50 Jahre alt. Das Gebäude ist marode.

Langen

Älteste Kita hat ausgedient

Die Kita in der Zimmermannstraße ist schon über 50 Jahre alt, das Gebäude marode. Die Stadt Langen verwirft nun die Sanierungspläne für die Kita und plant einen Neubau.

Von Maurice Farrouh

Mehr als ein halbes Jahrhundert hat die älteste städtische Kindertagesstätte in der Zimmerstraße auf dem Buckel, und der Zahn der Zeit hat deutliche Spuren hinterlassen. Das Dach ist undicht, die Wände feucht, regelmäßig steht der Keller unter Wasser. Die Wärmedämmung ist unzureichend, vom Brandschutz gar nicht zu reden. So berichtet es der Magistrat. Sein Urteil: Den maroden Altbau durch eine lange fällige Grundsanierung fit für die Zukunft zu machen, lohnt sich nicht. Stattdessen wollen die Stadtoberen um Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) jetzt nebenan, auf dem alten Sportplatz der SSG, einen Neubau hochziehen.

„Die Kosten für eine Sanierung sind um einiges höher, als ursprünglich angenommen“, sagt Gebhardt. „Das hat uns allerdings nicht gerade überrascht“, fügt der Verwaltungschef hinzu, der schon länger mit der Alternative eines Neubaus geliebäugelt hat. Nach einer ersten Mängelliste hatte die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 715000 Euro für die Sanierung zur Verfügung gestellt, allerdings mit einem Sperrvermerk versehen. Denn schon damals zeichnete sich ab, dass es teurer wird. „Die Kita müsste vom Dach bis zum Keller erneuert werden, wir heizen zurzeit buchstäblich zum Fenster hinaus“, sagt Gebhardt. Inzwischen ist klar: 1,4 Millionen Euro kostet die Sanierung. Zusammen mit den Kosten für die notwendige Erweiterung der Kita müsste die Stadt zwei Millionen Euro ausgeben.

Für den Neubau gibt es zwei Varianten. Die erste beinhaltet die Kita für 90 Kinder im Alter von eins bis sechs (die drei bestehenden Regelgruppen und zwei neue U3-Gruppen). Dazu kommen 40 bis 50 Betreuungsplätze, die sich der Hort Zimmerstraße (bisher 20 Plätze) und die benachbarte Ludwig-Erk-Grundschule teilen.

Öffentlicher Stadtgarten

Die kleinere Variante umfasst nur die Kita ohne Förderverein. In beiden Varianten soll auf dem knapp 10000 Quadratmeter großen Areal ein 4000 Quadratmeter großer „Stadtgarten“ angelegt werden. Für die große Variante rechnet die Stadt mit Kosten von 4,3 Millionen Euro, für die kleinere mit 3,3 Millionen. Was den Bau verteuere, sei das städtische Klimaschutzkonzept, das Passivhausbauweise vorschreibe, sagt Fachbereichsleiterin Marita Scheer-Schneider. Ohnehin müsse die Stadt aber Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) einhalten, die sich künftig noch verschärfen würden.

Gebhardt hofft, dass sich im Stadtparlament eine Mehrheit für die Variante mit Förderverein findet. „Die Raumsituation an der Schule ist derart beengt, dass trotz ständig steigendem Bedarf keine weiteren Betreuungsplätze geschaffen werden können“, sagt der Bürgermeister. Zudem sei die Schule die einzige Grundschule, die noch nie eine investive Förderung der Stadt erhalten habe.

Zur Finanzierung will die Stadt das Gelände der alten Kita und die Obdachlosenunterkunft verkaufen. Für Letztere werde nach einem neuen Standort gesucht. Eine Million Euro soll das einbringen, 300000 Euro erwartet die Stadt aus der Bund-Land-Förderung der neuen U3-Plätze. Zudem will Langen den Kreis Offenbach in die Pflicht nehmen, der laut Beschluss von 2001 für Betreuungsangebote an Grundschulen ein Drittel der Baukosten trägt. Auch wenn der Kreis erklärt habe, dass dafür zurzeit das Geld fehle, sei der Beschluss weiter gültig, so Gebhardt. Die Pläne sind Thema im Bauausschuss am 29. Februar.

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