Für ihre Hunde müssen Rödermärker Herrchen und Frauchen unterschiedliche Steuern zahlen.
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Für ihre Hunde müssen Rödermärker Herrchen und Frauchen unterschiedliche Steuern zahlen.

Rödermark Hundesteuer

Sozialere Hundesteuer

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Hundehalter in Rödermark zahlen bald unterschiedlich hohe Hundesteuern. Tierfreunde, die einen Vierbeiner aus dem Tierheim holen, werden für die ersten zwei Jahre von der Abgabe befreit.

Einige Rödermärker Hundebesitzer erhalten womöglich bald Geld von der Stadt zurück. Wer seinen Hund aus einem Tierheim geholt hat, musste schon bislang ein Jahr lang keine Steuer für diesen entrichten. Nun hat das Stadtparlament mit großer Mehrheit beschlossen, diese Personengruppe für die ersten zwei Jahre von der Steuer zu befreien. Nur die Freien Wähler stimmten mit Nein, die FDP-Fraktion enthielt sich.

Von der Änderung der Hundessteuersatzung profitieren auch arme Rentner. Wer auf Hilfen zum Lebensunterhalt angewiesen ist, zahlt rückwirkend zum 1. Januar nur noch die Hälfte der Hundesteuer. Eine Ermäßigung um 25 Prozent gewährt die Stadt nun für Halter, die mit ihrem Tier eine Begleithundeprüfung absolviert haben.

Mit den Änderungen will die Parlamentsmehrheit der erst Ende vergangenen Jahres beschlossenen drastischen Erhöhung der Hundessteuer einige Härten nehmen. Um den Haushalt zu konsolidieren, hatte sie diese auf den höchsten Wert im Kreis Offenbach geschraubt. Seit Jahresbeginn sind in Rödermark 120 statt 60 Euro für den Ersthund, 150 Euro für den Zweithund und sogar 180 Euro im Jahr ab dem dritten Hund zu berappen.

Protest gegen Steuererhöhung

Hundebesitzer protestierten und übergaben dem Ersten Stadtrat Alexander Sturm (CDU) 673 Unterschriften gegen die Erhöhung. Daraufhin kündigte die Stadt bereits an, zu prüfen, ob eine soziale Komponente in die Satzung eingebaut werden kann. Die Änderung ziele besonders auf ältere Menschen ab, die allein leben und für die der Hund den Lebenspartner quasi ersetzt, sagte Hans-Jürgen Daum (Andere Liste) im Stadtparlament. Das Haustier sei für ihre Lebensqualität sehr wichtig.

Leider entschärfe die vom Magistrat vorgelegte neue Satzung nicht nur soziale Härten, kritisierte dagegen der Fraktionschef der Freien Wähler, Manfred Rädlein. Dass auch Menschen, die ihren Hund aus dem Tierheim haben und die eine Begleithundeprüfung vorlegen können, nun weniger zahlen müssen, könne der Stadt deutliche Verluste bei den Steuereinnahmen bescheren. Denn bundesweit stammten 40 Prozent aller neu bei Familien lebenden Hunde aus dem Tierheim. Hundehalterverbände forderten zudem bereits eine Begleithundeprüfung für alle.

Rädlein schlug für seine Fraktion stattdessen vor, die Steuer für den Ersthund auf 105 Euro zu reduzieren. So groß sei die Nachfrage nach Hunden aus dem Tierheim leider nicht, entgegnete Sturm. Manche Tiere seien nur sehr schwierig unterzubringen, warteten seit Jahren auf Vermittlung. Christiane Lotz (AL) argumentierte, es trage zu einer Erhöhung des Sicherheitsgefühls bei, wenn die Stadt fördere, dass Tierbesitzer eine Begleithundeprüfung absolvieren.

Von Christoph Manus

Für die Halter von Hunden wird das Leben in Frankfurt ab 2020 teurer. Die Stadt will die Steuer erhöhen. Pro Tier sollen dann künftig 102 Euro im Jahr fällig werden.

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