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Warnfahnen, Schneeräumgerät und Salzsilo - alles da.

Wintereinbruch

Sensoren geben Eis-Alarm

Die Kommunen des Kreises Offenbach haben große Salzvorräte angelegt, um auf den langsam, aber sicher nahenden Winter vorbereitet zu sein. Ihnen kommt zugute, dass aus dem milden 2011/2012 noch reichlich Vorrat übrig ist.

Von S. Aldehoff und C. Manus

Auf die Wettervorhersage müssen sich die Männer vom Rodgauer Winterdienst nicht verlassen. Zwar geht zweimal am Tag ein Fax des Deutschen Wetterdienstes mit der neuesten Prognose im Bauhof ein. Mehrmals täglich fragen die Beschäftigten aber zudem die Daten von Sensoren ab, die an fünf verschiedenen Standorten im Rodgauer Stadtgebiet in der Fahrbahndecke stecken. Diese messen jeweils in fünf und in 30 Zentimetern Tiefe die Temperatur und die Feuchtigkeit. Droht Glatteis, schicken sie eine Warnmeldung heraus.

Trotz relativ kalter Tage im Oktober gab es für die 27 Mitarbeiter des Rodgauer Winterdienst bislang keine Notwendigkeit, die Straßen oder Wege zu streuen. Noch lagern also 170 Tonnen Streusalz und etwa 35 Tonnen Splitt auf dem Gelände an der Justus-von-Liebig-Straße, wo vier Fahrzeuge, die Streusalz ausbringen, sieben Pritschenwagen und vier Kleintraktoren bereit stehen.
Sobald sich Glatteis oder Schneefall ankündigt, werden für die Männer des Bauhofs die Nächte kurz. Die Ersten rücken bereits um vier Uhr morgens aus, um die Hauptverkehrswege, Brücken und Unterführungen zu räumen, um fünf Uhr werden die Fuß- und Radwege verkehrssicher gemacht. Priorität haben Schulwege und die Wege zu den sechs S-Bahn-Stationen im Stadtgebiet.

Seit 2010 vorgesorgt

Der vergangene milde Winter hat die Stadt vergleichsweise wenig Geld gekostet. Nur 70 Tonnen Salz musste sie bestellen, um die Vorräte wieder aufzufüllen. Sogar lediglich 30 Tonnen streuten die Kommunalen Betriebe in Rödermark, nicht mal ein Viertel der 127 Tonnen, die die Städtischen Betriebe in Dietzenbach verbrauchten. Rödermark hat heuer 180 Tonnen Salz und 180 Tonnen Splitt eingelagert, die Dietzenbacher haben 90 Tonnen Sacksalz, 76 Tonnen Silosalz, 25 Tonnen Magnesiumchlorid und 24 Tonnen Edelsplitt auf Lager.

Auch die Städte Neu-Isenburg und Langen haben nach den Erfahrungen des Winters von 2010 vorgesorgt. Sie schlossen sich im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit zur Bevorratung von Streusalz – so der offizielle Titel der salzigen Kooperation – mit den kommunalen Betrieben von Offenbach, Wiesbaden, Rüsselsheim, Darmstadt, Marburg sowie Bad Homburg zusammen und bauten bei Wiesbaden ein riesiges Zentrallager für rund 10.000 Tonnen Salz. Hier hat jeder Betrieb eine festgelegte Lagerkapazität.

Neue Lagerhalle

100 Tonnen bevorratet der Dienstleistungsbetrieb (DLB) der Stadt Neu-Isenburg dort – als Notnagel, wie Leiterin Petra Klink betont. Auf dem eigenen Betriebsgelände sind die zwei Salzsilos mit insgesamt 230 Tonnen für rund 60 Euro die Tonne befüllt. Ist eines von beiden leer, wird nachbestellt. Nur wenn auf dem Markt kein Nachschub mehr vorhanden ist, greift der DLB auf das Wiesbadener Depot zurück. Auch die Stadt Langen hat 200 Tonnen Salz vor Ort gelagert, 50 Tonnen sind in Wiesbaden deponiert.

Die Stadt Dreieich verteilt das Streusalz in dieser Wintersaison erstmals von der neuen Lagerhalle auf dem Wertstoffhof aus. Für 700.000 Euro wurde diese im vergangenen Jahr gebaut. Es müsste schon ein sehr harter Winter werden, wenn sich das Drama von 2010 nochmals wiederholen sollte. War damals im weiten Umkreis kein Salz mehr zu haben, hatte die Stadt im vergangenen Jahr reichlich vorgesorgt. 150 Tonnen wurden angeschafft, davon aber nur 50 verbraucht. Zusätzlich zu den verbliebenen 100 Tonnen hat die Stadt nach Angaben von Dreieichs Pressesprecherin Irene Dietz mit der Lieferfirma einen Vertrag über die Bevorratung weiterer Salzmengen. Auf Abruf sind 300 weitere Tonnen vorrätig.

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