Neu-Isenburg

Senioren suchen Wohnungen

Die Stadt Neu-Isenburg will sich verstärkt dafür einsetzen, dass in den nächsten Jahren mehr barrierefreie Wohnungen für Senioren gebaut werden.

Von Achim Ritz

Derzeit gibt es in der Kommune nach Auskunft des Rathauses rund 250 seniorengerechte Wohnungen, die für ältere Menschen mit geringerem Einkommen zur Verfügung stehen. Außerdem existierten noch 40 andere Wohnungen, die frei finanziert wurden und für alle Älteren gedacht sind. Die Nachfrage von Senioren mit mittlerem und höherem Einkommen ist nach Darstellung von Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) allerdings sehr groß, sodass die Stadt vor allem für diese Senioren mehr altersgerechte Wohnungen schaffen möchte.

Zahl der Senioren wächst stark

„Wir müssen da was tun“, sagt Herbert Hunkel und verweist auf die demografische Entwicklung in Neu-Isenburg, die der Kreis Offenbach im Sozialstrukturatlas beschrieben hat. Demnach steigt die Zahl der Menschen im Alter von 65 bisd 80 Jahren im Vergleich von 2002 zu 2040 von 5000 auf 6000. Bei den über 80-Jährigen wird eine Steigerung von 1500 auf später 3725 Einwohner prognostiziert. Die Gesamtbevölkerung geht in Neu-Isenburg laut Sozialatlas in den nächsten vier Jahrzehnten um 5300 Bürger auf rund 30000 zurück. Die meisten älteren Menschen wohnen nach Darstellung des Magistrats in der Kernstadt im Viertel westlich der Waldstraße, nördlich der Carl-Ulrich-Straße und östlich der Goethestraße.

Die Stadt hat die Erfahrung gemacht, dass ältere Menschen heute aktiver sind und ihre Wünsche stärker artikulieren. Etwas überrascht war Carmen Schaaf, Leiterin des Fachbereichs Soziales im Rathaus, jetzt, als zu einer Veranstaltung zum seniorengerechten Wohnen rund 100 Bürger erschienen. Viele äußerten den Wunsch nach einer barrierefreien Wohnung. Nach Darstellung von Carmen Schaaf werden vor allem Wohnungen gebraucht, in die Senioren einziehen dürfen, die über der gesetzlichen Einkommensgrenze von 13200 Euro im Jahr liegen. Nur wer weniger hat, darf in eine der 250 städtischen Wohnungen ziehen. Für die etwas bessergestellten Bürger sollen jetzt neue Wohnungen gebaut werden.

Die Stadt ist laut Magistrat mit der örtlichen Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau und der Nassauischen Heimstätte in Kontakt. Die Gewobau plant, in der Körnerstraße 16 bis 20 alten- und behindertengerechte Wohnungen zu bauen und prüft weitere Standorte.

Grundsätzlich möchte die Stadt die Senioren nach Auskunft von Carmen Schaaf dabei unterstützen, so lange wie möglich in der Wohnung leben zu können und einen Umzug ins Heim zu vermeiden. Dabei helfe ein Netzwerk. Die Knotenpunkte heißen Essen auf Rädern, Nachbarschaftshilfe, Seniorengenossenschaft, Betreuerinnen-Kreis, Betreutes Wohnen und die sozialen Dienste. Hilfe gibt es ferner in neun Stadtteilberatungsstellen und sechs offenen Treffs. Die Vielfalt der Angebote sei vorbildlich, sagt Fachbereichsleiterin Carmen Schaaf. Für das beispielhafte Engagement der verschiedenen Gruppen in Neu-Isenburg habe es bereits Schulterklopfen vom Kuratorium Deutsche Altenhilfe und dem Hessischen Sozialministerium gegeben.

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