Dreieich

Schultausch statt teurer Neubau in Dreieich

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Die Schillerschule und die Georg-Büchner-Schule in Dreieich sollen den Standort tauschen. Dafür gibt es gute Gründe.

Die Georg-Büchner-Schule, eine Grundschule in Dreieich, ist zu klein, platzt aus allen Nähten. Doch statt einen Erweiterungsbau oder vielleicht sogar ein neues Schulgebäude in Angriff zu nehmen, geht der Kreis Offenbach als Schulträger einen ungewöhnlichen Weg: Er plant einen Schultausch. Die Jungen und Mädchen der Georg-Büchner-Förderschule, deren Anzahl zurückgeht, sollen in die Schillerschule ziehen, der Schulweg der Schillerschüler könnte künftig in die Georg-Büchner-Schule führen. Der Kreistag wird in seiner kommenden Sitzung am 30. Oktober über diesen Vorschlag des Kreisausschusses entscheiden.

Der Kreis Offenbach würde von dieser Lösung in mehrfacher Hinsicht profitieren: Zum einen ist ein Schultausch schneller realisierbar als ein Schulneubau – die Rochade soll wahrscheinlich schon ab dem kommenden Schuljahr erfolgen –, zum anderen ist der Tausch der Standorte billiger.

Für einen Neubau oder eine Erweiterung müsste der Kreis Offenbach einige Millionen Euro in die Hand nehmen, der Geländetausch dagegen erfordert nur wenige Umbauten und wäre wohl mit einigen 100 000 Euro zu bewerkstelligen. Außerdem könnte sich die Schillerschule durch das größere Raumangebot zur Ganztagsschule entwickeln.

Schon vor drei Jahren hatte der Schul- und Entwicklungsplan aufgezeigt, dass es in Dreieich steigende Schülerzahlen geben wird. Vor allem in der Innenstadt des Stadtteils Sprendlingen sei Zuzug zu erwarten, so Landrat Oliver Quilling (CDU) am Dienstag. Drei bis vier zusätzliche Klassen pro Jahrgang seien zu erwarten.

Die Schillerschule, die im Jahr 1905 an der Moselstraße erbaut und 1969 erweitert wurde, zählt derzeit 219 Grundschüler, ist zweizügig. Der Kreis musste dort schon zwei Container aufstellen, weil der Platz nicht ausreichte. „Wir haben damit den kleinen Schulhof noch kleiner gemacht“, sagte Quilling.

Für das Schuljahr 2023/24 prognostiziert der Schulentwicklungsplan 374 Schüler an der Schillerschule. Drei Klassen pro Jahrgang plus Räume für die Betreuung seien am vorhandenen Standort aber nicht realisierbar, es gebe schlichtweg zu wenig Platz, erklärte der Landrat. Auch die dreizügige Erich-Kästner-Schule, eine Grundschule in direkter Nachbarschaft, lasse sich kaum erweitern. An den vorhandenen Standorten stoße man an Kapazitätsgrenzen.

„Wir hatten erst überlegt, ob wir auf dem großzügigen Gelände der Georg-Büchner-Schule eine Dependance für die Grundschüler im Einzugsgebiet errichten“, sagte Quilling. Dann wurde jedoch die Idee geboren, die Schulen zu tauschen. Aus gutem Grund: Die Schülerzahlen an der Georg-Büchner-Schule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, sind zurückgegangen. „2014 waren es dort noch 15 Klassen, jetzt sind es nur noch neun mit aktuell 113 Förderschülern“, so der Landrat. Der Grund liegt in der Inklusion, die immer mehr vorankommt.

Mit dem Wechsel in das größere Schulgebäude an der Konrad-Adenauer-Straße, 400 Meter Luftlinie vom derzeitigen Standort entfernt, könnte sich die Schillerschule problemlos auf vier Klassen pro Jahrgang erweitern. Statt knapp 4500 Quadratmetern und insgesamt 13 Unterrichtsräumen stünden dann künftig 13 500 Quadratmeter und 27 Unterrichtsräume, eine Mensa, eine Turnhalle und ein Gymnastikraum zur Verfügung. Sogar die Fünfzügigkeit sei dort möglich, sagte Quilling.

Im nächsten Schritt sollen die Schulbezirke angepasst werden, damit die Schillerschule am neuen Standort die Erich-Kästner-Schule entlasten kann.

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