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Schon wieder ein Geldautomat gesprengt

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Von: Annette Schlegl

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Völlig zerstört ist die SB-Filiale der Deutschen Bank in Rodgau Nieder-Roden, nachdem Unbekannte den Geldautomaten
Völlig zerstört ist die SB-Filiale der Deutschen Bank in Rodgau Nieder-Roden, nachdem Unbekannte den Geldautomaten © dpa

Unbekannte Täter schlagen im Stadtteil Nieder-Roden zu. Das Bankfoyer ist komplett verwüstet. Im Kreis Offenbach ist dies bereits der dritte Fall in diesem Jahr.

Reiner Zufall oder eine gezielte Provokation der Polizei? Am gleichen Tag, an dem das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden einen Bundeslagebericht „Angriffe auf Geldautomaten im Jahr 2016“ herausgegeben hat, ist im Rodgauer Stadtteil Nieder-Roden ein Geldautomat gesprengt worden. Die Druckwelle war so stark, dass das Foyer der Bank einsturzgefährdet ist.

Ein Bild der Verwüstung bietet sich im Innenraum des kleinen Gebäudes an der Frankfurter Straße im Stadtteil Nieder-Roden: zerborstene Scheiben, zerfetzte Trennwände, Kabelstränge, die von der Decke hängen, überall Teile des gesprengten Geldautomaten, ein beschädigter Kontoauszugsdrucker. Auch außen ist die Wucht der Detonation erkennbar: Das Mauerwerk der Deutsche-Bank-Filiale weist tiefe Längs- und Querrisse auf. „Mehrere 100 000 Euro Schaden“ schätzt Michael Malkmus, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen.

Hinweise auf die Täter gibt es noch nicht

Hinweise auf die Täter, die am Donnerstag gegen 3.40 Uhr den Geldautomaten in die Luft gesprengt haben, gibt es derzeit noch nicht – obwohl mehrere Anwohner den lauten Knall gehört haben. Einer von ihnen habe die Polizei benachrichtigt, erklärt Malkmus. Die Polizei erbittet noch Hinweise – insbesondere auf das Fluchtfahrzeug – unter 069 / 8098-1234.

Die Täter gelangten durch die Sprengung an Bargeld, sagt Malkmus. Wie viel, sei allerdings noch nicht bekannt. Am Tatort stieß die Polizei auf zwei zurückgelassene Gasflaschen. Das Vorgehen ist immer das gleiche: Die Diebe leiten Gas oder Gasgemisch in die Ritzen des Geldautomaten ein und entzünden es. Die Sprengung in Rodgau ist seit Jahresbeginn schon die dritte im Kreis Offenbach. Auch in Obertshausen und Dreieich hatten Kriminelle versucht, so an Geld zu kommen. Im Vorjahr wurden Automaten in Hainburg sowie an der Bahnhofstraße in Offenbach angegriffen.

Hessenweit verzeichnete die Polizei im Vorjahr 20 gesprengte Geldautomaten, die meisten davon im Rhein-Main-Gebiet und in Mittelhessen. „Die Tendenz ist steigend“, sagte Jörg Reinemer, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen in Gießen. Dort wird der Rodgauer Fall nach der Erstaufnahme durch die Kripobeamten des Polizeipräsidiums Südosthessen zentral bearbeitet. Anfang 2017 war die Zuständigkeit dorthin gewechselt; eine eigene Ermittlungsgruppe versucht, die Täter, die „meist bandenmäßig vorgehen“, wie Reinemer sagt, dingfest zu machen. Festnahmen habe es noch nicht gegeben. Bundesweit zählte das BKA laut gestern veröffentlichtem Lagebericht im Vorjahr 318 Automatensprengungen – davon 136 in Nordrhein-Westfalen. „Unsere Sorge ist, dass irgendwann Menschen betroffen sein werden“, sagt Sabine Vogt vom BKA.

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