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Lichtdurchflutet - der Gemeinschaftsraum des Hauses am Hengstbach.
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Lichtdurchflutet - der Gemeinschaftsraum des Hauses am Hengstbach.

Seniorenprojekt Dreieich

Schöner sozial wohnen

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Gemeinsam alt werden in der Buchschlager Villenkolonie - für 13 ältere Menschen wurde das Wirklichkeit. Die Wohnanlage des Vereins "Unter einem Dach" wurde jetzt beim Wettbewerb um den "Deutschen Bauherrenpreis" ausgezeichnet.

Marie-Luise Arnakis und Ingrid Hilmer wissen, dass sie in einem außergewöhnlichen Haus wohnen. „Ein kleines Wunder“ sei das, sagen die beiden Seniorinnen, die zusammen mit elf weiteren Nachbarn in dem 2010 vom Architekten Manfred Klinger vom Bauträger Nassauische Heimstätte am Rande der Buchschlager Villenkolonie errichtete Neubau leben.

Jeder hat eine eigene Wohnung, den hohen, lichtdurchfluteten Gemeinschaftsraum mit Blick ins Grüne teilen sich die Bewohner, zwölf Frauen und ein Mann. Die Nassauische Heimstätte stellt ihn den Bewohnern mietfrei zur Verfügung, nur die Nebenkosten müssen sie selbst tragen.

In die Umgebung eingepasst

Jetzt hat das ungewöhnliche Seniorenwohnprojekt des Vereins „Unter einem Dach“ ein deutschlandweites Lob bekommen. Beim Wettbewerb „Deutscher Bauherrenpreis“ erhielt es als einziges in Hessen eine „besondere Anerkennung“. Die Berliner Jury hebt neben dem niedrigen Energieverbrauch, der Barrierefreiheit und dem Gesamtkonzept auch hervor, wie behutsam der Neubau am Hengstbach in das bestehende Wohngebiet eingefügt wurde – in der Nachbarschaft stehen etliche Prunkbauten der historischen Villenkolonie. Der Baukörper mache, bei tragbaren Kosten, schon von außen die Nutzung sichtbar, lobt die Jury.

Und diese Nutzung ist in der Tat außergewöhnlich: Denn hier steht in bester Lage ein sozialer Wohnungsbau. Einkommensgrenzen der Bewohner und Raumgrößen sind festgelegt. „Trotzdem glauben viele Leute, die hier vorbeispazieren, das sei ein edles Wohnstift“, erzählt Arnakis lachend. „Es ist einfach sehr intelligent und funktional geplant“, sagt die 77-Jährige. „Gerade Frauen haben ja oft eine sehr niedrige Rente, obwohl sie immer gearbeitet haben. Hier bleibt unsere Lebensqualität erhalten.“

Die Fäden des Zusammenhalts

Dieser gefühlte Luxus liegt nicht nur an dem großzügig geschnittenen Grundstück, das die Stadt Dreieich von einem Unternehmer geerbt hat, der sich hier etwas Soziales wünschte. Den Effekt schaffen auch die Architektur selbst, die Farben, der Grundriss und die großen Fenster. „Dieses Haus wirkt so jugendlich wie wir innerlich sind“, sagt Hilmer (73) und muss ebenfalls lachen.

Denn mindestens so preiswürdig wie die Architektur ist das Konzept, das dahintersteht, und für das Arnakis und ihre Mitstreiter seit 2003 gekämpft hatten. Gemeinsam alt werden in einer Hausgemeinschaft, in der jeder eine eigene Wohnung hat, das war die Idee, die sich aus einer Veranstaltung der Stadt entwickelte. Der Verein hat das vorangetrieben, ohne sich entmutigen zu lassen. Das schweißte die Vereinsmitglieder zusammen, oder, wie es Arnakis poetischer ausdrückt: „Die feinen Fäden des Zusammenhalts werden uns auch weiterhin tragen.“

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