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Schnuppertour auf dem Radweg

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Von: Frank Sommer

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Mit vielen Warnhinweisen durfte der Radweg am Sonntag Probe gefahren werden.
Mit vielen Warnhinweisen durfte der Radweg am Sonntag Probe gefahren werden. © Michael Schick

Der ADFC feiert sein 20-jähriges Bestehen und freut sich, dass die Radverbindung nach Neu-Isenburg fast fertig ist.

Fünf Monate zeigt ein Countdown auf der Seite des Dreieicher Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) an, dann werde der Radweg zwischen Neu-Isenburg und Dreieich-Götzenhain eröffnet. „Das war der letzte Stand von Hessen Mobil im vergangen Jahr, aber so lange dauert es nun doch nicht mehr“, sagt Bernd Kiefer, Vorsitzender des Dreieicher Radclubs. Neuer Termin für die Eröffnung des seit sechs Jahren geplanten Weges ist der 29. Mai.

Am Sonntag durfte der Radweg zur Feier des 20-jährigen Bestehens des ADFC Dreieich aber schon einmal Probe gefahren werden. „Wir haben von Hessen Mobil eine Sondergenehmigung zur Nutzung erhalten“, sagt Ralph Enger vom Verein. An den beiden Enden des rund 3,2 Kilometer langen Weges stehen er und weitere Helfer und weisen die Radfahrer darauf hin, dass nur langsam und einzeln gefahren werden dürfe. „Der Weg ist noch Baustelle, so fehlt die Leitplanke zur Straße hin“, sagt er.

Die ersten Radler lassen sich aber davon nicht abhalten, die Kommentare sind durchweg positiv. „Glatt wie ein Kinderbobbes“, findet Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) den Radweg, nachdem er vom Fahrrad gestiegen ist. „Ich bin mir sicher, diese Verbindung wird einen enormen Zuspruch haben“, sagt Hunkel und empfiehlt, dass Hessen Mobil eine Zähleinrichtung am Weg montieren solle. Auch Dreieichs Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) ist von dem Radweg angetan. „Auch wenn es ein wenig gedauert hat, nun ist endlich eine sichere Verbindung für Radfahrer da“, sagt er.

Noch Wünsche offen

Mit dem ADFC-Ortsverein arbeite die Stadt eng zusammen, etwa im „Runden Tisch Radverkehr“. „Mit Dieter Fröhlich haben wir auch einen eigenen Radverkehrsbeauftragten in der Stadt“, sagt Zimmer. Dass an den Bahnhöfen zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Räder installiert wurden, sei auf das Betreiben des ADFC zurückzuführen. „Dieses Jahr wird außerdem der erste Abschnitt der Fahrradstraße in Dreieich eröffnet“, sagt Kiefer. Auch wenn viele der Anregungen des Vereins umgesetzt würden, blieben noch Wünsche offen. „Ein ausgebauter Radweg zwischen Offenthal und Langen wäre nötig oder ein Weg nach Messel“, sagt er.

Zur 20-Jahr-Feier hat sich der Verein den Parkplatz am Waldfriedhof Buchenbusch in Neu-Isenburg ausgesucht, kurz nach Ende des neuen Radwegs. Ortsverbände aus Rodgau oder Groß-Gerau besuchten das Fest. „Das bisschen Regen hält einen echten Radfahrer nicht ab“, sagt eine Besucherin und lacht.

Neben dem neuen Tourenprogramm wurden historische Fahrräder ausgestellt und Händler präsentierten Neuheiten. Wie ein Fakirstuhl mutet der Sitzschemel von Wilfried Chantre an: Wer darauf Platz nimmt, bekommt seinen Sitzknochenabstand für die richtige Sattelgröße vermessen. „Der richtige Sattel ist ein Thema, das gar nicht so beachtet wird“, sagt Evelyn Könner, die an der Messung teilnimmt. Von anderen Frauen höre sie öfter, dass diese nicht das Rad nehmen, da der Sattel unbequem wäre. „Wenn es in den Geschäften mehr weibliches Personal gäbe, wäre die Hemmschwelle nicht so groß und anschließend nutzen auch mehr das Rad“, ist sie sich sicher.

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