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Überwachungskameras machen unter anderem den Europaplatz sicherer. rolf oeser

Dietzenbach

Schärfere elektronische Augen in Dietzenbach

Die Überwachungskameras in Dietzenbach sind veraltet und werden deshalb optimiert. An der S-Bahn-Station Mitte sind drei weitere Kameras geplant.

Straftäter sollen es in Dietzenbach schon bald schwerer haben: Einige Orte werden zukünftig von elektronischen Videoaugen intensiver „ausgeleuchtet“. Die Stadt ersetzt die vorhandenen 23 Überwachungskameras durch Hightechgeräte und lässt eine externe Firma prüfen, ob drei weitere Kameras an der S-Bahn-Station Dietzenbach-Mitte installiert werden müssen, damit keine toten Winkel entstehen. Die vorhandenen Anlagen würden nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, heißt es vonseiten der Kommune.

In Dietzenbach gibt es vier Überwachungspunkte: Fünf Kameras hängen am Bahnhof Steinberg, sechs an der S-Bahn-Station Dietzenbach-Mitte. An der S-Bahn-Endstation sind drei Kameras installiert, an der Grünachse vom Europaplatz bis zum Masayaplatz neun Kameras. Sie helfen nicht nur, Straftaten aufzuklären, sondern dienen auch der Prävention und sollen den Bürgern in sogenannten Angsträumen ein Sicherheitsgefühl vermitteln.

Die bestehende Videotechnik ist mittlerweile zehn Jahre alt. Die Bildqualität genüge nicht mehr den derzeitigen Standards, erklärt Jürgen Schmatz, Leiter der Prävention beim Polizeipräsidium Südosthessen. Vor allem zur Nachtzeit oder bei ungünstigen Witterungsbedingungen kämen die Kameras an ihre Grenzen. Mit neuen Hightechkameras dagegen könnten sogar bisher tote Winkel ausgeleuchtet werden, äußert sich die städtische Ordnungsbehörde. 100 000 Euro sind für die Ertüchtigung der Videoanlage in die Haushalte 2020 und 2021 eingestellt. Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) wird den Doppelhaushalt in der kommenden Sitzung der Stadtverordneten einbringen. Das Land hat Fördermittel in Aussicht gestellt.

Kriminalität in Dietzenbach

Laut polizeilicher Kriminalstatistikhat Dietzenbach nach Neu-Isenburg die zweithöchste Kriminalrate im Kreis Offenbach.

Für das Jahr 2018spricht das Polizeipräsidium Südosthessen von einer Kriminalitätshäufigkeitszahl von 6 213. Das heißt: Die Polizei hat 2116 Fälle erfasst, die dann auf 100 000 Einwohner hochgerechnet wurden.

Zum Vergleich:Für die Nachbarstadt Dreieich wurde eine Kriminalitätshäufigkeitszahl von 4465 errechnet, während Neu-Isenburg mit 6334 Fällen auf 100 000 Einwohner registriert ist.

Vor allemdie Dietzenbacher S-Bahn-Stationen definiert die Polizei als Kriminalitätsbrennpunkte. Im Rückblick der vergangenen Jahre waren hier immer wieder Straftaten wie Körperverletzungen, Raub und Rauschgifthandel zu verzeichnen. ann

Im Jahr 2011 wurden mit Förderung des Innenministeriums die ersten Überwachungskameras in der Stadt installiert. Dietzenbach habe sich damals mit Heusenstamm und Obertshausen zusammengeschlossen und ein sehr umfangreiches Konzept entwickelt, in das auch das Landeskriminalamt und die Datenschutzbeauftragten eingebunden waren, erinnert sich Schmatz.

Die Videoschutzanlage habe sich in Dietzenbach bewährt, meint die Ordnungsbehörde. Die Polizei sieht sie als „geeignetes und notwendiges Instrumentarium, um fortwährend kriminalitätsgefährdete Örtlichkeiten sicherer zu gestalten“, heißt es in einer Stellungnahme.

Man habe beispielsweise Fahrraddiebstähle beobachten und die Täter noch am Tatort festnehmen können. Auch bei Einbruchdiebstählen, Drogengeschäften und Raubüberfällen sei die Kameratechnik schon äußerst hilfreich gewesen. Fahndungsaufrufe im internen Polizeinetz wurden mit Bildausschnitten der Überwachungsanlagen gefertigt und führten zum Erfolg. „Im Jahr 2014 konnte eine Vielzahl von Taten geklärt werden, die eine jugendliche Tätergruppe verübt hat“, sagt Schmatz. Pro Jahr würden 30 bis 40 Videoauswertungen als Beweismittel zu den Gerichtsakten gegeben, weil darin Verbrechen oder Täter zu erkennen sind.

Auf die Videobänder habe ausschließlich die Stadt Dietzenbach Zugriff, erklärt Schmatz. Sie stelle der Staatsanwaltschaft, der Landespolizei oder der Bundespolizei aufgezeichnete Videosequenzen zur Verfügung, wenn diese in Straf- oder Ermittlungsverfahren als Beweismittel benötigt werden.

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