Bahnhof Dietzenbach

Wehe, wenn es regnet

FR-Leser Axel Täger testet den Bahnhof Dietzenbach täglich - er pendelt von hier aus zur Arbeit. Und ärgert sich Tag für Tag über die Planungsfehler, vor allem, wenn er mal im Regen steht.

Da ich schon lange in der Nähe der S-Bahn in Dietzenbach wohne und jeden Tag damit zur Arbeit fahre, habe ich den Bau der Station Mitte von Anfang an verfolgt. Ihrer Bewertung schließe ich mich grundsätzlich an, habe aber trotzdem ein paar Anmerkungen.

Nachdem die Station Mitte fertig gestellt war, hat sich herausgestellt, dass der Architekt dieser doch ziemlich extravaganten Anlage kein S-Bahn-Benutzer sein kann. Wenn ich morgens zur S-Bahn Station laufe und es regnet, dann flüchte ich mich unter das Vordach über den Fahrradständern. Dann folgt, bis zum Dach über dem Weg nach unten, eine Lücke von ca. zehn Metern, wo man wieder nass wird.

Dann - gottlob- hat man´s scheinbar geschafft, man wird nun nicht mehr nass - oder? Unten in der Station hat man die Wahl, nach rechts über die Rampe zum Bahnsteig oder nach links über die Treppe. Ist aber egal, wie man geht, man landet unerklärlicherweise wieder im Regen. Weder die Rampe noch die Treppe sind überdacht. Nur ein kleiner Teil des Bahnsteiges bietet Schutz von den Unbillen der Witterung.

Ich ärgere mich jedes Mal, wenn es regnet, über diese mangelhafte Planung. Das große Dach, das man auf dem Foto sehen kann, deckt nur den Zugang zur Station ab. Die Optik der Station ist OK, aber in der Praxis wird man im Regen stehen gelassen.

Was das illegale Überqueren der Gleise angeht, war das offensichtlich so einkalkuliert. Anders als auf der Strecke z.B. in Heusenstamm, gibt es in Dietzenbach nicht eine legale Möglichkeit, die Strecke oberirdisch zu Fuß an einer Schranke o.ä. zu überqueren.

Zwar gibt es vier aufwändige Unterführungen, von denen eine nur abwechselnd im Ein-Richtungs-Verkehr benutzt werden kann (damit nicht so viele durchfahren und das bei diesen Baukosten!!) und eine Brücke am alten Bahnhof. Man kann jedoch z.B. von den Hochhäusern am Idsteiner Weg, wo viele Leute wohnen, die Großmärkte auf der gleichen Seite der Velitzystraße nicht zu Fuß erreichen, sondern muss erst den Umweg zur Station Mitte machen, um dort unter der S-Bahn hindurch, um dann noch die vierspurige Velitzystraße an einer Ampel überqueren, die 200 Meter entfernt ist und nicht in der direkten Richtung der Großmärkte liegt.

Das alles nur, weil es keinen beschrankten Übergang an der richtigen Stelle gibt. Es gibt zwar einen Fußweg auf der Seite der Märkte, aber der endet abrupt an den S-Bahn Gleisen. Also überqueren die Leute, da dort ein hoher Zaun ist, erst illegal die S-Bahn-Strecke an der Station und dann noch mal illegal die vierspurige Bundesstraße, um die Märkte zu erreichen. Sie sehen, das ist von den Dietzenbacher Planern, die beim S-Bahn Bau sehr wohl mitreden konnten, so gewollt! Man muss sich also über das Verhalten der Passanten nicht wundern. (Axel Täger, Dietzenbach)

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