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Die Kreuzung Frankfurter Straße/Carl-Ulrich-Straße: Die Regionaltangente West soll parallel zu dieser Achse erweitert werden.

Verkehr

RTW-Strecke durch Neu-Isenburg ist vorgeplant

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Die Planer haben in der Stadtverordnetensitzung das erste Konzept für die Streckenführung der RTW-Züge durch Neu-Isenburg hindurch vorgelegt.

Wie werden die 100-Meter-Züge der Regionaltangente West (RTW) zukünftig quer durch Neu-Isenburg fahren? Wie ist es zu schaffen, dass der Verkehr trotzdem fließt? Drei Jahre haben sich nicht nur Planer, sondern auch Bürger über mögliche Lösungen die Köpfe zerbrochen. Am Mittwoch stellten die Ingenieurbüros in der Stadtverordnetenversammlung in einer ersten Lesung erstmals eine Vorplanung vor und zeigten in einer Simulation auf, wie der Verkehr zur abendlichen Hauptverkehrszeit auf der Landesstraße L3117 zwischen Siemensstraße und Offenbacher Straße laufen könnte.

Busse anstelle der RTW-Züge – von Gegnern des Projektes immer wieder ins Spiel gebracht – sind laut Prüfergebnissen der Ingenieurbüros „nicht praxistauglich“. Die Planer schätzen die Kosten für die Umgestaltung der L3117 in Neu-Isenburg aktuell auf rund 24,75 Millionen Euro.

Die RTW-Züge sollen auf einem separaten Gleiskörper in der Mitte der Straße fahren. Sie queren auf der drei Kilometer langen Strecke bis zum Baugebiet Birkengewann zwölf Knotenpunkte, sind dabei bevorrechtigt, erhalten an den Ampeln Signalpriorisierung. Auf der kompletten Strecke werden die Ampeln optimiert. Auch eine integrierte Süd-West-Umfahrung über die Rathenau- und Siemensstraße ist angedacht.

Zwei sogenannte Mobilitätsstationen – Parkhäuser für Autos und Fahrräder – sollen im Osten und Westen der Stadt gebaut werden. Um eine direkte Zugangssituation vom Parkhaus zur RTW zu schaffen, wird die Haltestelle Am Trieb in die Offenbacher Straße verlegt. Das Sportzentrum könnte unterirdisch erreicht werden.

Für Fußgänger wird es künftig dank der Haltestellen mehr Querungsmöglichkeiten als jetzt geben. „Das Auto soll künftig nicht mehr die herausragende Rolle haben“, erklärte Verkehrsplanungsspezialist Edwin Mayer vom Ingenieurbüro Habermehl & Follmann. Deshalb soll auf der drei Kilometer langen Ost-West-Achse ein durchgängiger Radweg oder zumindest ein Schutzstreifen für Radfahrer angelegt werden.

Die Schleussnerstraße wird zur Gegenfahrbahn der nur noch stadtauswärts führenden Carl-Ulrich-Straße und wird durch diese Einbahnstraßenregelung zur Landesstraße hochgestuft. Damit sei Parken nur „in Längsaufstellung in den Seitenräumen“ möglich, sagte Mayer. Am Knotenpunkt Wilhelm-Leuschner-Straße wird wegen der RTW- und Bushaltestellen kein direktes Linksabbiegen mehr möglich sein. Die Autos reihen sich ein paar Meter weiter zum indirekten Abbiegen auf.

Die vierspurige Friedhofstraße ist mit knapp 20 Metern Breite die Engstelle der Strecke. Sie soll künftig nur noch eine Fahrspur je Richtung haben. „Faktisch haben wir dort durch temporäres Parken und abbiegende Fahrzeuge heute schon die Einstreifigkeit“, sagte Mayer. Die FDP sieht hier den Verkehrskollaps programmiert und ärgert sich in einer Pressemitteilung über den Wegfall „Hunderter Parkplätze“. Sie schlägt einen Autotunnel unter der Friedhofstraße vor.

Das Mobilitätskonzept wird am 13. März im Bau- und dann im Hauptausschuss beraten. Danach ist eine weitere Planungswerkstatt angedacht. Abschließend entscheiden die Stadtverordneten in zweiter und dritter Lesung.

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