Sabrina Klante aus Rodgau hilft mit dem heimischen 3D-Drucker im Kampf gegen Corona.

Rodgau

Rodgauerin produziert Gesichtsschilde auf dem heimischen Drucker

  • schließen

Eine Rodgauerin hat angeboten, auf dem 3D-Drucker bei sich zu Hause kostenlos Visiere für die Praxen in ihrer Stadt zu drucken. Die Nachfrage ist da.

Sabrina Klante geht mit bestem Beispiel voran: Auf dem heimischen 3-D-Drucker lässt sie derzeit kostenlos Gesichtsvisiere für alle entstehen, die in Rodgau tagtäglich einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Rodgauerin hofft, dass sie auch in anderen Städten Nachahmer findet.

Ihr Mann Guido hatte sich vor einem Jahr einen 3-D-Drucker gekauft. „Er ist Softwareentwickler“, erklärt Sabrina Klante, warum dieses außergewöhnliche Gerät bei ihnen Einzug gehalten hat. Seitdem sind zu Hause einige einfache dreidimensionale Dinge entstanden. „Mein Mann hat schon einen Messbecher gedruckt, eine Halterung für Kabel, einen Stiftebecher. Kleinkram halt“, sagt Klante.

Zufällig stieß sie beim Surfen in den sozialen Medien auf eine Gruppe, in der sich Menschen mit 3-D-Druckern austauschen. Dort war von der Herstellung von Schutzausrüstung die Rede und von dem nationalen Netzwerk „Maker versus Virus“, das versucht, mit 3-D-Druckern Kliniken und Praxen zu unterstützen. Da sei bei ihr die Idee gereift, ebenfalls Gesichtsvisiere für Praxen in ihrer Stadt selbst herzustellen und auf diese Weise zu helfen, sagt die 40-Jährige. „Vorlagen für die Visiere gibt es im Internet.“

Zuerst fragte sie jedoch in einer privaten Rodgauer Facebook-Gruppe ab, ob in der Stadt überhaupt Bedarf und Interesse besteht. Und tatsächlich meldete sich schon tags darauf eine Zahnarzthelferin, die in der Prophylaxe tätig ist. Mittlerweile wurde die Rodgauerin von zwei örtlichen Zahnärzten kontaktiert, von drei Arztpraxen sowie von einer Logopädin, die derzeit auch mit Kindern Kontakt hat.

Die Klantes lassen auf ihrem 3-D-Drucker nicht den kompletten Schild, sondern nur den Haltebügel entstehen. Drei Stunden dauert es, bis eine solche Grundhalterung fertig ist. „Das Material ist PLA-Kunststoff, der in verschiedenen Farben erhältlich ist. Er kommt von einer Spule, die wie eine Kabeltrommel aussieht“, sagt Sabrina Klante. Das Material, Filament genannt, wird im Drucker erhitzt. Nach dem Erhärten ist der Maskenhalter mit den vier kleinen Haken fertig, in die dann transparente Schutzfolie eingehängt werden kann.

„Wir haben Overheadfolie in DIN-A4-Größe gekauft, die oben gelocht wird, um sie an den Haken des Haltebügels zu befestigen“, sagt die Rodgauerin. Sie legt jedem Maskenhalter zwei Folien bei, die desinfiziert werden können. Die Gummibänder zur Befestigung muss sich der Kunde selbst besorgen. „Eine Arzthelferin hat einen Hosengummi eingeknotet. Das hält ganz gut.“

Drei Euro kostet die Klantes das Filament, 15 Euro kosten 100 Stück Overheadfolien. Sie geben die sogenannten Face Shields trotzdem kostenlos aus – „außer es werden ganz viele“, sagt Sabrina Klante.

Ihr Mann Guido ist derzeit im Homeoffice, macht den Drucker morgens an und lässt ihn bis abends laufen. „Immer mit einer kleinen Pause, damit er abkühlen kann.“ Für 30 Gesichtsschilde wurde das Ehepaar schon angefragt – „allein in dieser Facebook-Gruppe“. Deutschlandweit, glaubt Sabrina Klante, sei das Interesse sicher riesig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare