Der Sozialbau an der Ludwigstraße 58 hat der Stadt viel Ärger gebracht. 
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Der Sozialbau an der Ludwigstraße 58 hat der Stadt viel Ärger gebracht.  

Rodgau

Rodgau: Rechtsstreit mit Architekt beigelegt

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Um den Sozialbau an der Ludwigstraße 58 in Jügesheim gab es jahrelang Streit. Jetzt haben sich die Stadt und der Architekt geeinigt.

Dieses Gebäude hat die Beteiligten viel Nerven gekostet: Um den Sozialbau an der Ludwigstraße 58 im Rodgauer Stadtteil Jügesheim hat es jahrelang Streit gegeben; es wurde sogar prozessiert. Mieter zogen wegen der hohen Nebenkosten gegen die Stadt vor Gericht, ein Architekt klagte, weil ihm die Stadt das Honorar gekürzt hatte. Wie Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) am Dienstag erklärte, ist nun auch dieser letzte Rechtsstreit zu Ende gegangen.

Dass die Stadt das Architektenhonorar teilweise zurückhielt, kam nicht von ungefähr: Statt zehn Prozent weniger kostete die Fertigstellung der 20 barrierefreien Wohnungen für „Senioren mit schmalem Geldbeutel“ im Endeffekt um die zehn Prozent mehr. Die Kostenschätzung lautete auf 3,3 Millionen Euro, nach der Ausschreibung lag man sogar bei lediglich drei Millionen Euro Baukosten. Doch dann kam die böse Überraschung: Die bauausführende Firma erkannte jede Menge Mängel und wies die Stadt darauf hin. „In der Bauausführung sind wir mit 127 Nachträgen konfrontiert worden“, sagte Schüßler. Das Projekt kostete schließlich 3,6 Millionen Euro.

Im Rechtsstreit, der schon seit 2015 anhängig war, unterbreitete das Gericht nun einen Vergleichsvorschlag. Der Architekt soll der Stadt 11 000 Euro zahlen, dann ist der Streit beigelegt. Die Richter gingen von einem offenen Architektenhonorar von 72 000 Euro aus, 83 000 Euro erkannten sie der Stadt als Schaden an. „Für die anderen Kosten hat die Stadt laut Gericht einen Gegenwert erhalten“, erklärte Schüler. Die Widerspruchsfrist gegen den Vergleichsvorschlag gilt bis 30. Juni. Der Magistrat hat eine Eilvorlage auf den Weg gebracht, damit die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Montag ihr Einverständnis geben können.

2009 begann die Planung des Neubaus mit 20 Wohneinheiten, 2011/2012 wurde das Gebäude hochgezogen, am 1. Januar 2013 zogen die ersten Mieter ein. Sie wohnen dort immer noch für 6,38 Euro pro Quadratmeter, nur Neumieter zahlen jetzt 7,24 Euro pro Quadratmeter – aber immer noch 15 Prozent weniger als die ortsübliche Vergleichsmiete. Die Stadt hat aus den Querelen um den Sozialbau gelernt: Sie vergibt die Bauausführung jetzt in Einzelgewerken und nicht mehr an Generalunternehmer .

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