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Rodgau: Gemeinsames Engagement für Bäume

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Ute Stark will andere Bürger motivieren, Geld für Neupflanzungen zu geben. Town Baum“ nennt sich die Aktion, die Ute Stark, Mitinhaberin des Outdoor-Fachgeschäftes „sportaktiv“, initiiert hat. Das Prinzip ist schnell erklärt: Bürger können 30-Euro-Anteile an einem neuen Baum für ihre Stadt kaufen – oder den Baumkauf komplett übernehmen.

Der 18. August in Rodgau: Innerhalb von wenigen Minuten entwurzelt und fällt das Unwetter, das an jenem Tag im Kreis Offenbach wütet, im Stadtgebiet insgesamt rund 300 Bäume. Eine Bürgerin hatte nun die Idee, dass die Rodgauer selbst für neues Grün im öffentlichen Raum sorgen könnten. Sie hofft, dass die Aktion auch in den anderen betroffenen Kommunen des Kreises Offenbach Nachahmer findet.

„Town Baum“ nennt sich die Aktion, die Ute Stark, Mitinhaberin des Outdoor-Fachgeschäftes „sportaktiv“, initiiert hat. Das Prinzip ist schnell erklärt: Bürger können 30-Euro-Anteile an einem neuen Baum für ihre Stadt kaufen – oder den Baumkauf komplett übernehmen. Ungefähr 300 Euro sind für einen Baum mit einem Stammumfang von 20 bis 25 Zentimeter, zwölf bis 15 Jahre alt und fünf Meter hoch zu berappen.

Ute Stark ging selbst mit bestem Beispiel voran und spendete 300 Euro. Da aber nicht jeder so viel Geld entbehren kann, hat die Jügesheimerin „10 für Einen“ ins Leben gerufen. Heißt: Zehn Leute können 30 Euro spenden und so einen neuen Baum finanzieren. Man könne die Stadt mit dieser Aufgabe nicht allein lassen, meint sie. „Wer es möchte, kann sich so daran beteiligen, dass möglichst schnell wieder viele Bäume in Rodgau stehen.“ Bäume hätten schließlich einen sehr großen Anteil an einem besseren Mikroklima.

Die Initiatorin hat bei ihrer Aktion zum Beispiel Vereine im Blick, Schulklassen oder Familien. Und ein Gutschein für einen Baumanteil könne auch durchaus unterm Weihnachtsbaum liegen.

Stark habe die Organisation der Town-Baum-Aktion nicht selbst übernehmen wollen, sagt die städtische Pressesprecherin Sabine Hooke. Deshalb springe ihr die Stadt bei, stelle die Plattform zur Verfügung, um das zivilgesellschaftliche Engagement zu bündeln, erklärt Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP). Die Spenden können auf das städtische Konto überwiesen werden, die Spender werden auch auf der städtischen Homepage genannt. „Wir wollen zählen, wie viele Anteile gespendet worden sind“, so Hooke. Die Kosten für die Pflanzung und für den Pflegeaufwand werde die Stadt übernehmen.

Nach einem Parlamentsbeschluss aus dem Jahr 2016 lässt die Stadt im öffentlichen Raum selbst 500 Bäume innerhalb von fünf Jahren pflanzen. „Die waren aber zusätzlich zum bestehenden Baumbestand gedacht“, so der Erste Stadtrat.

Im Rodgauer Wald habe der Sturm noch schlimmer als in der Stadt gewütet. „Mindestens zwei Jahreseinschlagsmengen sind weg“, sagt er. In Zahlen ausgedrückt: Ungefähr 20 000 Festmeter oder 8000 bis 9000 Bäume sind dem Unwetter zum Opfer gefallen. Für die Stadt stelle sich nun die Frage, ob man mit einer standortgerechten Neubepflanzung den Waldumbau forciere, oder ob man den Wald quasi sich selbst überlasse, damit dort genau das nachwächst, was die Klimakapriolen übersteht.

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