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Rettung aus dem Eis

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Von: Sigrid Aldehoff

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Ein Rodgauer Feuerwehrmann bei einer Eisrettungsübung am Wallersee in Hainhausen. Bild: Monika Müller
Ein Rodgauer Feuerwehrmann bei einer Eisrettungsübung am Wallersee in Hainhausen. Bild: Monika Müller © Monika Müller

Wer ins Eis einbricht, dessen letzte Minuten haben nicht zwangsläufig geschlagen. Das zeigte jetzt die Feuerwehr Rodgau-Mitte und gab zudem hilfreiche Tipps.

Die traumatische Vorstellung, im Eis einzubrechen und zu versinken, plagt sicher nicht nur sensible Gemüter. Die Feuerwehr Rodgau-Mitte hat jetzt gezeigt, dass die Situation nicht chancenlos ist. „Wenn es gut läuft, haben wir einen Eingebrochen von dem Moment, in dem wir am Ufer ankommen, in zwei bis drei Minuten aus dem Wasser raus“, sagt Stadtbrandinspektor Andreas Winter.

Er hat am Mittwoch mit elf weiteren Aktiven die Gunst der eisigen Stunde genutzt und am Wallersee die Eisrettung geübt. Gesichert mit Leine und Eisrettungsanzug brach ein Mitglied der Feuerwehr geplant ein und ließ sich dann mithilfe eines sogenannten Icerescue Sled aus dem eiskalten Wasser hieven.

Das Gerät kommt aus dem an scharfen Frost gewohnten Kanada und ist eine Art schwimmfähiger Schlitten mit Flaschenzug. Mit ihm arbeiten sich die Retter zum Verunglückten vor und lassen ihn vom Ufer aus auf den Schlitten ziehen, erläutert Winter.

Eine Stunde lang probte die Feuerwehr mehrere Durchgänge, denn nur selten herrschen in Rodgau solche Minusgrade für entsprechend realistische Bedingungen. Für alle, die mit der Angst vor dem Einbrechen etwas souveräner umgehen wollen, hat der Stadtbrandinspektor noch einen Rat: Wer im Wasser ist, sollte kühlen Kopf bewahren und sich wenig bewegen, weil sonst das Blut schneller zirkuliert und der Körper schneller auskühlt. Wenn möglich, Arme aufs Eis und langsam versuchen, sich nach oben zu ziehen. Und hoffen, dass die Feuerwehr bald kommt. Dann hat man die Chance, in zwei Minuten gerettet zu werden.

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