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Uschi Weidenbusch-Baist, Svenja Hofmann und Rebecca Cordes (von links) wollen in Messenhausen einen Reitverein gründen.

Rödermark

Reiten als Therapie

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Ehrgeizige Ziele hat ein neuer Verein in Messenhausen: Er will für bis zu 800.000 Euro Baukosten eine eigene Halle errichten und künftig therapeutisches Reiten anbieten. Auch die Kooperation mit Schulen ist geplant.

Ein neuer Rödermärker Verein will Kindern und Jugendlichen ohne eigenes Pferd das Reiten ermöglichen, aber auch therapeutisches Reiten anbieten. Das ehrgeizige Ziel ist der Bau einer eigenen Reithalle samt Stallungen. Erste Gespräche mit Stadt und Kreis haben sie bereits geführt, offiziell gegründet werden sollte der Verein am gestrigen Abend.

Die Initiatoren kennen sich zum größten Teil vom Reiten auf dem Hof Akita in Messenhausen, einem Reiterhof mit 120 Reitschülern, 19 Schulpferden und 15 Einstellpferden. Dort sieht es fast aus wie in einem Bullerbü-Film; zwei freilaufende Ziegen nähern sich den Besuchern neugierig, ein großer Hund tollt herum. Uschi Weidenbusch-Baist, eine studierte Diplom-Pädagogin, hat den Hof vor 18 Jahren mit ihrem Mann gekauft, als Betrieb führt sie den Reiterhof seit 2004. Ehrenamtlich hat sie zudem als 2. Vorsitzende des Vereins die Kinder- und Jugendfarm am Oberwiesenweg zwischen Ober-Roden und Urberach mit ins Leben gerufen, den mittlerweile auch die Stadt für Ferienspiele nutzt.

Ein mögliches Areal für das Reitgelände des Vereins haben sie und ihre Mitstreiter schon im Blick. Die Kosten für ihr Vorhaben sind hoch. Auf 550.000 bis 800.000 Euro schätzt Weidenbusch-Baist sie, den Kaufpreis für das Gelände noch nicht eingerechnet.

Das Geld wollen sie zum Teil mit den Vereinsaktivitäten verdienen, hoffen aber auch auf Sponsoren und Spender. „Wir müssen positiv denken“, sagt Weidenbusch-Baist. „Sonst wären wir noch nicht da, wo wir sind.“ In diesem Jahr wird der Bau der Halle definitiv nicht beginnen. Innerhalb von zwei, drei Jahren wären die Pläne aber verwirklichbar, meint sie.

Einen wichtigen Part im künftigen Vereinskonzept könnten auch Svenja Hofmann und Rebecca Cordes übernehmen. Die beiden jungen Frauen aus Rödermark, die Förderpädagogik und auf Lehramt studieren, wollen sich beide vom kommenden Jahr an in ihrer Freizeit zwei Jahre lang im therapeutischen Reiten ausbilden lassen. Eine dritte Frau aus dem künftigen Verein bietet bereits mototherapeutisches Reiten.

Bisher gebe es kaum solche Angebote in der Umgebung, meinen die Vereinsaktivistinnen. Zielgruppe seien zum einen körperlich oder geistig Behinderte, sagt Hofmann, die schon als Kind auf dem Hof Akita geritten ist, aber auch Kinder mit Lernstörungen, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) oder auch Zügen von Autimus.

Gerne will der Verein aber auch mit Schulen kooperieren, wie Weidenbusch-Baist sagt, Reiten als Teil des Ganztagsschulangebots anbieten. Eine Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendfarm, die bisher keine Tiere hält, biete sich ebenso an. Geplant sind zudem Veranstaltungen rund ums Pferd, wie sie Weidenbusch-Baist bereits anbietet. Das könnten Übernachtungen auf der Koppel oder Projekttage für Schulen sein.

Kontakt: Uschi Weidenbusch-Baist, 0?60?74?/?4?86?33?53

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