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So sieht die Rodau aus, wenn sie nicht im Zwangsbett steckt. Den Rest erledigt die Natur.

Rödermark

Raum für Leben

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Ein 90 Meter langes Stück der Rodau ist renaturiert worden. Um aber den gesamten Bach in seinem Quellort aus der künstlichen Bachrinne zu holen, wird es noch lange dauern.

Freiheit für die Rodau. Seit gestern fließt der Bach in seinem Quellort Rödermark – zwischen den Stadtteilen Urberach und Ober-Roden – auf einem weiteren Stück in einem natürlichen, breiten Bachbett. Das 90 Meter lange Stück unweit der Kinder- und Jugendfarm führt nun in zwei Bögen parallel zum alten, schnurgeraden Bachverlauf entlang des Oberwiesenwegs, bevor er wieder in den alten Verlauf übergeht. Das alte 60 Meter lange Stück wird noch zugeschüttet.

Bei dem alten Verlauf handelt es sich laut Stadtpressesprecher Thomas Mörsdorf um künstlich geschaffene Bachbettrinnen, die nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden, um die Rodau zu begradigen. Gedacht waren sie als Vorfluter für Regenwasser. Heute wisse man, das solche Begradigungen entscheidend zur Hochwasserbildung beitragen – und der Natur keinen Lebensraum bieten.

Mit dem „Durchstich“ zwischen dem neuen renaturierten Bachabschnitt und dem künstlichen Verlauf ist das neue Teilstück gestern geflutet worden.

Durch die Bögen sollen sich zusätzliche Prall- und Gleithänge ausbilden, die vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten. Das wertvolle Seggenried und der Baumbestand wurden geschont, heißt es aus der Stadt. Um den Fluss des Wassers zu verlangsamen, wurden Baumstämme und Wurzelstubben eingebracht. Und auch die Bachneunaugen, die sich zahlreich im alten Abschnitt tummelten, wurden umgesetzt.

Mit dem 90 Meter langen Abschnitt ist die Renaturierung der Rodau in Rödermark und auch im Bereich der Grünen Mitte zwischen Urberach und Ober-Roden noch lange nicht abgeschlossen. Möglich sei das nur dort, wo das Grundstück in öffentlicher Hand ist, so Mörsdorf. Aber die Stadt habe sich bislang nicht mit allen Grundstückseigentümern über den Preis einigen können. Fast gänzlich renaturiert sei der Bach jedoch zwischen Urberach und dem Rödermarkring.

Ein erster Abschnitt mit einer Länge von 450 Metern war im Herbst 2009 am Oberwiesenweg zwischen Badehaus und Kinder- und Jugendfarm renaturiert worden, im vergangenen Jahr zudem ein Abschnitt am alten Ober-Röder Festplatz.

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