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Günther Keller, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatkunde (links) und Stefan Soltek, Leiter des Offenbacher Klingspor-Museums, begutachten die alte Bibel im Heimatmuseum Nieder-Roden.

Rodgau

Rätseln auf der Spur

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Das Nieder-Röder Heimatmuseum wird 25 Jahre alt und feiert dieses Jubiläum mit einer Kurz-Ausstellung. Sie ist nur am Samstag und am Sonntag zu sehen. Von Christoph Manus

Noch ist das Rätsel nur teilweise gelöst. Die großformatige Bibel, die das Nieder-Röder Heimatmuseum als Herzstück einer Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen präsentiert, stammt wahrscheinlich aus Nürnberg und wurde dort um das Jahr 1700 gedruckt.

"Sie ist etwas geheimnisvoller als andere Bibeln", sagt Stefan Soltek, der Leiter des Offenbacher Klingspor-Museums. Das hat einen einfachen Grund. Wesentliche Seiten der Bibel, die der Arbeitskreis für Heimatkunde von der Witwe eines Vereinskollegen erstand, fehlen. Das Klingspor-Museum hat weitere Bibeln, illustrierte biblische Geschichten und Grafiken als Leihgaben zur kleinen Ausstellung beigesteuert.

Einem anderen Rätsel, dem früheren Kloster Rotaha, ist indes der Heimatforscher Karl Pohl auf der Spur. Eine vom Arbeitskreis beauftragte geomagnetische Untersuchung der Flur "Auf den neuen Röttern" im Bereich Rollwald hat, wie Pohl bei der Ausstellungseröffnung sagte, "gezeigt, dass dort etwas zu finden ist".

Es sei ein Grundriss zu erkennen von einem etwa 25 Meter langen und zehn Meter breiten Gebäude. "Es muss etwas Mittelalterliches sein." In der zweiten Maihälfte werde gegraben.

Grabungen unter der Kirche

Pohl hofft, dort den Niwenhof zu finden, einen Vogthof des 786 erstmals erwähnten Klosters. Dort habe man bereits früher Scherben aus karolingischer Zeit entdeckt. "Wenn es der Niwenhof ist, liegt Rotaha in der Nähe."

Die These des Landesarchäologen Egon Schallmayer, das Kloster habe im heutigen Ober-Roden gestanden, was er nach Grabungen unter der Kirche St. Nazarius annahm, könnte also widerlegt werden. Ein Problem gibt es allerdings noch. Pohl berichtete, er habe vom Besitzer des Grundstücks, wo er nach Auswertung von alten Flurnamen und einer Luftbildaufnahme von 1956 das eigentliche Kloster vermutet, noch keine Erlaubnis, dort ebenfalls Untersuchungen zu beginnen.

Der Arbeitskreis für Heimatkunde Nieder-Roden, der etwa 130 Mitglieder hat, durfte das einstige Lehrerhaus direkt an der Kirche, das später als Jugendzentrum diente, vor 25 Jahre als Museum einrichten. Inzwischen zeigt es etwa acht Sonderausstellung im Jahr, zudem ist es jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet.

Hoffnung auf größere Räume

Weil der Verein, der auch heimatkundliche Bücher veröffentlicht hat, viele seiner Ausstellungsstücke im kleinen Lehrerhaus nicht zeigen kann, träumt er schon seit Jahren von größeren Räumen. Nun zeichnet sich offenbar eine Lösung ab. "Wir hoffen, dass wir das Museum auf die andere Seite erweitern können", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises, Günther Keller, am Freitag. Der spanische Club, der bisher in der anderen Hälfte des Doppelhauses untergebracht war, nutze diese schließlich nun nicht mehr.

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