Dreieich

Ein Projekt für Generationen

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Der Turnverein Dreieichenhain will das Sportzentrum in Eigenregie übernehmen.

Die Antwort fiele meist gleich aus, meint Renate von Rockenthien vom Turnverein Dreieichenhain (TVD): „Wenn ich auf der Straße frage, wem das Sportzentrum an der Breiten Haagwegschneise gehört, dann bekomme ich immer die Antwort, es gehöre dem TVD.“ Schließlich stehe dort die Halle des Turnvereins. Richtig ist aber, dass die Stadt Eignerin des Geländes ist. Doch nach dem Willen von Verein und Stadt soll sich das ändern. Der TVD will das Sportzentrum zukünftig selbst verwalten. Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) sieht darin die Möglichkeit, dass die Stadt auf Dauer Kosten reduzieren könne.

Den Zeitplan, den der Verein dafür bereit hält, ist ehrgeizig. Schon zum Jahresende soll das Zentrum von der Stadt an den Verein übergeben werden. „Vorausgesetzt, die Stadtverordnetenversammlung stimmt dem zu“, sagt Gerhard Liebermann vom TVD-Vorstand. Das letzte Wort haben dann die TVD-Mitglieder, in einer außerordentlichen Versammlung müssen sie der geplanten Übergabe zustimmen.

„Projekt 2014 – Wir nehmen unsere Zukunft in die Hand“ hat der Verein dieses Ansinnen betitelt. „39 500 Quadratmeter umfasst das Gelände, das ist eine gewaltige Aufgabe für einen Verein mit rund 1 600 Mitgliedern“, meint Liebermann. Ein Teil davon werde schon jetzt vom Verein verwaltet, darunter die Tennisplätze oder die Unterkunft der Ferienspiele. Teilweise schon seit 30 Jahren, wie Liebermann sagt.

Drei Arbeitsgruppen des Vereins wollen bis Ende Juli den Zustand der Sportanlage feststellen, Verträge, Vermarktungs- und Finanzierungsmöglichkeiten prüfen. Ganz ohne städtische Hilfen wird der TVD das Sportzentrum nicht führen können, das weiß man im Verein.

Neben einer langen Erbpacht legt der Verein darauf Wert, dass Gebäude und Sportplätze in einem guten Zustand übergeben werden. „Rund zehn Jahre müssen sie ohne Renovierung bestehen können, damit es sich überhaupt rechnet“, sagt Liebermann. Ein ehrgeiziges Ziel, denn bisher habe die Stadt dort nur Kleinigkeiten ausgebessert.

Pläne gibt es seit Jahren

So bestehe beispielsweise an den Umkleideräumen im Funktionsgebäude erheblicher Renovierungsbedarf. „Aber das müsste die Stadt ohnehin durchführen, also entstehen ihr keine unvorhersehbaren Kosten“, sagt Liebermann. Überlegungen, dass der TVD das Zentrum übernehme, gebe es schon seit sieben Jahren. Ursprünglich wollte sich auch der Sportverein Dreieichenhain beteiligen, doch stieg der überraschend aus, heißt es bei der Projektvorstellung.

Ein Projekt für „die nächste Generation“, nennt es der Verein. Dem stimmt auch Christopher Och zu: Der 19-jährige Fußballer wirbt für die Übernahme. „Wenn wir das Zentrum in Eigenverwaltung führen, dann sehe ich die Chance, dass hier auch noch unsere und Enkelkinder trainieren können.“ Zustimmung findet das Projekt auch bei Hanni Niebert, die seit 60 Jahren dem TVD angehört: „Mein Vater gehörte zu denen, die die Halle hier 1957 erbaut haben. Es ist zwar ein großes Wagnis, als Verein die Sportstätten zu führen, doch müssen wir es versuchen: Die Chancen sind größer als die Risiken.“

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