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Wohnungseinbrüche gehen in Neu-Isenburg zurück. Die Gründe dafür sieht die Polizei unter anderem in ihrer Aufklärungs- und Präventionsarbeit Die Bürger seien heute besser über die Sicherungssysteme der Türen und Fenster informiert. Außerdem trage das Ringmaster-System, an das in Neu-Isenburg derzeit 1200 Haushalte angeschlossen seien, zur Verringerung der Wohnungseinbrüche bei.

Neu-Isenburg

Weniger Kriminalität

Ob Raub, Einbruch oder Körperverletzung - 2009 ist Neu-Isenburg laut der neuen Polizeistatistik sicherer geworden. Auch die vier Streetworker tragen zum Rückgang der Verbrechen bei. Von Achim Ritz

Von Achim Ritz

In Neu-Isenburg lebt es sich relativ sicher. Die Zahl der Straftaten ist nach Auskunft der Polizei im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2008 um 189 Vergehen auf 2362 zurückgegangen. Vor allem bei den Delikten, die das sogenannte subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger beeinflussen, registriert der Leiter der Neu-Isenburger Polizeistation, Volkmar Meyer, einen Rückgang.

Die Zahl der Straftaten mit körperlicher Gewalt ist im vergangenen Jahr um 15 Fälle auf 242 gesunken. Die Polizei konnte in diesem Bereich nach Darstellung von Meyer 90 Prozent der Fälle lösen. Die Aufklärungsquote ging 2009 leicht um rund drei Prozentpunkte auf 48,3 zurück.

In der Statistik tauchen 2009 unter dem Stichwort Raub 18 Eintragungen auf. Ein Jahr zuvor waren es 19. Bei der schweren und gefährlichen Körperverletzung verringerte sich die Zahl der Delikte von 52 auf 39.

Auf öffentlichen Plätzen und auf Straßen gab es 17 dieser Straftaten, neun weniger als ein Jahr zuvor. Ein Rückgang von gar 25 Prozent auf 66 Fälle sieht der Leiter der Polizeistation - sie ist von der Hugenottenallee in die Siemensstraße 14 umgezogen - bei den Wohnungseinbrüchen.

Die erfreuliche Bilanz der Ordnungshüter wird lediglich durch Zahlen bei den Aufbrüchen von Autos (plus 55 jetzt 196 Fälle) und bei der Zahl der gestohlenen Fahrräder getrübt. 2008 seien 162 Drahtesel geklaut worden, vergangenes Jahr wurden der Polizei 182 Mal der Diebstahl eines Bikes gemeldet.

Die Gründe des Rückgangs der Wohnungseinbrüche sieht Meyer unter anderem in der Aufklärungs- und Präventionsarbeit der Polizei. Die Bürger seien heute besser über die Sicherungssysteme der Türen und Fenster informiert. Außerdem trage das Ringmaster-System, an das in Neu-Isenburg derzeit 1200 Haushalte angeschlossen seien, zur Verringerung der Wohnungseinbrüche bei.

Bei diesem Modell werden die Bürger via SMS, Fax oder Telefon im Falle der Fälle über potenzielle Täter oder Einbruchsversuche in ihrem Wohnviertel unterrichtet. Auf diese Art und Weise warnen die Beamten ferner vor Trickdieben oder sie melden den an Ringmaster beteiligten Haushalten andere wichtige Vorkommnisse.

Die Mobile Jugendhilfe, bei der junge Leute von vier Streetworkern betreut werden, ist nach Ansicht des Polizeidienststellenleiters ein Erfolgsmodell.

Meyer weiß, dass aggressives Verhalten von Jugendlichen oder der Anstieg von Überfällen das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Bürgern verschlechtert. Doch für Neu-Isenburg könne er sagen, dass die Jugendkriminalität dank der Betreuung der jungen Männer zurückgegangen sei.

Es sei gut, dass den Teenagern und Twens ein Angebot zur sinnvollen Freizeitgestaltung gegeben werde, meint Meyer. Das verringere banale Sachbeschädigungen, Raub und Körperverletzungen. "Wir leben hier nicht im Schlaraffenland, sind aber auf einem guten Weg", so die Einschätzung des lokalen Polizeichefs.

Nach Ansicht des Ersten Stadtrates Herbert Hunkel (parteilos) und der Polizei leisten die vier Streetworker der Mobilen Jugendhilfe eine effektive Arbeit. Sie kooperieren eng mit den Beamten, sprechen Jugendliche an, die beispielsweise auf öffentlichen Plätzen gelangweilt rumhängen und auffällig werden. Und sie weisen etwa auf die Angebote im Café Zukunft hin.

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