Internet-Sicherheit

Schulen reagieren auf Facebook-Probleme

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Schlichtung und Information werden favorisiert. Manchmal muss die Polizei gerufen werden.

Die Georg-Büchner-Schule in Rodgau hat 2011 sehr schlechte Erfahrungen gemacht: „Ein Schüler, der von der Schule verwiesen werden sollte, hat nachmittags geschrieben, es werde etwas passieren“, erinnert sich Schulleiter Winfried Döring. Binnen Stunden habe das die Runde gemacht, Schüler und Eltern waren teils sehr besorgt und manche Kinder sind anderntags nicht zum Unterricht erschienen. Der Vorfall, bei dem zwar nichts passiert ist, aber dennoch die Polizei vor Ort war, war auch Anlass, warum Döring letzte Woche in einer Veranstaltung die Jahrgänge sieben bis zehn samt Eltern von Fachleuten über Sicherheit im Internet hat informieren lassen.

Das hat IT-Spezialist Hans Joachim Giegerich aus Dreieich mit einem Kollegen übernommen. Beide touren seit Sommer 2011 durch Schulen des Kreises. Auf Anregung von Eltern habe die Jugend-Stiftung der Sparkasse Langen Seligenstadt die Geschäftsleute gefragt, ob sie über das Thema „Jugend sicher im Netz“ aufklären könnten, so Giegerich, der auch Vizepräsident der IHK Offenbach ist. Bislang haben sie sechs für die Schulen kostenfreie Vorträge gehalten. Vier weitere Termine sind bereits vereinbart.

Schulleiter Döring und Stellvertreter Volker Hildebrandt gehen mit Onlinemobbing pädagogisch um, solange das möglich ist. „Wir versuchen, im Gespräch zu schlichten“, sagt Döring. „Meist geht es von Klassenkameraden aus und wir thematisieren das dann auch in der Klasse“, ergänzt Hildebrandt. Er hat sich in einer Lehrerfortbildung über das Konzept informiert, dass Medienpädagogin Angelika Beranek und Lehrer Martin Kurz in Langen derzeit umsetzen. Und kann sich gut vorstellen, es auch in Rodgau einzuführen, wenn es erfolgreich ist.

Auch Knud Dittmann, Leiter der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich, kennt Onlinemobbing. „Es kommt hin und wieder vor“, so Dittmann. Die Zahl der Fälle im Schuljahr, die ihn erreichen, sei einstellig, „aber das ist nur die Spitze des Eisberges.“ Dittmann hatte zwei Mal den Jugendkoordinator der Polizei in den Jahrgangsstufen 6, um Aufklärung zu leisten. Auch er kooperiert mit dem Infocafe Neu-Isenburg und Angelika Beranek. Und er hat Anfang Mai Giegerich zum Vortrag in der Schule.

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