Neu-Isenburg

Platz für 350 Helme gesucht

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Feuerwehrmann Frank Burger will seine Sammlung dauerhaft ausstellen

Man kann es den Zollbeamten am ’Frankfurter Flughafen nicht übelnehmen, wenn sie sich über die Gepäckstücke von Frank Burger wundern. Der hauptamtliche Neu-Isenburger Feuerwehrmann hat bei seinen Urlaubsreisen immer drei bis vier Feuerwehrhelme dabei. Burger sammelt die Schutzbedeckungen seit 18 Jahren. „350 Stück habe ich inzwischen“, sagt er. Und seine Reisen nutzt er, um die Sammlung zu erweitern; doppelte Stücke nimmt er mit, um sie bei seinen internationalen Feuerwehrkollegen zu tauschen.

Jetzt platzt sein Heim allerdings wegen seines raumintensiven Hobbys aus allen Nähten. Vorübergehende Erleichterung hat ihm Jürgen Kabelitz verschafft, der ihm das Schaufenster seines ehemaligen Schmuckgeschäfts als Ausstellungsfläche für 64 Helme zur Verfügung gestellt hat – bis sich ein neuer Mieter findet. Für den Normalo mag das Hobby ein sehr spezielles sein, für einen Feuerwehrmann ist es schon nicht mehr ganz so abwegig. Denn immerhin bringt es Frank Burger weltweit mit seinen Kollegen in Kontakt. Bei seinen Reisen mit der Familie hat er immer einen Tag für sein Hobby reserviert.

Erinnert er sich noch an seinen ersten Helm? „Natürlich“, sagt er sofort, „das war 1994 in Kroatien, als die Kollegen dort alte Helme entsorgen wollten, weil die noch das jugoslawische statt das kroatische Emblem hatten.“

Einen Helm schenkten sie dem deutschen Kollegen, der ihn eigentlich seiner Feuerwache in Neu-Isenburg schenken wollte. Aber dort war schon genau der gleiche – und der Helm landete in der heimischen Schrankwand.

Der zweite, der das Unikat dann zur Sammlung werden ließ, kam aus sentimentalen Gründen hinzu: „Als Kind habe ich unheimlich gern die Fernsehserie Kampfstern Galactica gesehen“, erinnert er sich, „und die Zylonen hatten dort Helme auf, die so ähnlich aussahen wie die französischen Feuerwehrhelme.“ Als er einen solchen dann in die Hände bekam, konnte er nicht widerstehen, genauso wenig wie bei den folgenden 348.

Inzwischen hat er Bücher zum Thema, recherchiert über die Herkunft und Geschichte seiner Objekte. „Ich kann zu fast jedem Helm etwas erzählen – welche Feuerwehr ihn getragen hat, aus welchem Land er kommt, welches Baujahr er ist und wer ihn gebaut hat.“

Er besucht Tauschbörsen für Feuerwehrhelme. „Die gibt es natürlich nicht vor der Haustür, dafür muss man schon ein bisschen fahren“, schmunzelt er. Viel ist er mit seinem Motorrad unterwegs, um die Sammlung auszubauen, er kennt Adressen von Menschen, die alte Helme reparieren oder restaurieren. Bringt er Helme aus dem Ausland mit, lässt er sich vorsichtshalber von den örtlichen Behörden bescheinigen, dass er sie besitzen darf: „In anderen Ländern ist die Feuerwehr bei der Polizei oder der Armee angesiedelt, da könnte es sonst zu Missverständnissen kommen.“

Der Kenner zieht ein überraschendes Fazit über die Materie, mit der er sich seit 18 Jahren beschäftigt. „Viele Helme aus dem Ausland sind gar kein wirklicher Schutz für einen Einsatz. Im Prinzip sind die meisten Helme nur eine optische Kennzeichnung der Einsatzkräfte; ich möchte jedenfalls mit denen nicht einen Stein auf den Kopf bekommen.“

Helme von den Philippinen und aus Singapur sind dabei, historische aus dem 18. und 19. Jahrhundert gehören ebenfalls zu seiner Sammlung. „Es sind wirklich schöne Stücke darunter“, sagt Frank Burger. „Ich würde mir wünschen, dass ich irgendwo eine Chance bekommen würde, die Helme dauerhaft auszustellen.“

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