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Wo später einmal Stadtverordnete tagen werden, ist zurzeit nur ein Betonboden mit weißen Stahlträgern zu sehen. Hebebühnen, die die Arbeiter für die Montage brauchen, stehen herum. Seitenwände und Decke sind offen; Frühlingsluft umweht die Besucher bei der Baustellenbesichtigung des Dietzenbacher Rathauses.

Dietzenbach

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Wie wird das Dietzenbacher Rathaus künftig aussehen? Bei einer Baustellenbesichtigung haben die Dietzenbacher schon mal einen Blick in den Rohbau werfen dürfen. Von Madeleine Reckmann

Arno Kuchinka schaut sich suchend im Rathaus-Rohbau um. Der Künstler inspiziert das Foyer im Erdgeschoss, das noch zum alten Gebäude gehört, und mustert die Wände im künftigen Plenarsaal im Neubau. "Vor zwei Wochen haben 28 Dietzenbacher Künstler die Fassade des alten Rathauses von einer Fotografie abgemalt", erzählt er. Nun nutzte er die öffentliche Besichtigung am Sonntag, um einen Platz für die 28, rund 60 mal 60 Zentimeter großen Werke zu finden. "Ich will, dass sie zusammenbleiben."

Wo später einmal Stadtverordnete tagen, ist zurzeit nur ein Betonboden mit weißen Stahlträgern zu sehen. Hebebühnen, die die Arbeiter für die Montage brauchen, stehen herum. Seitenwände und Decke sind offen; Frühlingsluft umweht die Besucher. Später sollen große Fensterfronten dem Raum Helligkeit spenden. Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) sieht sich die Baustelle interessiert an. "Der Bau ist im Zeitplan", sagt er.

Für das Richtfest am Mittwoch ist alles vorbereitet, Einzug ist im April 2011 geplant. Der neue Plenarsaal wird kleiner als der alte. "Die Stadtverordneten müssen zusammenrücken", sagt Rogg. "Ich würde mich freuen, wenn sie das auch politisch tun."

Das alte Rathaus ist völlig entkernt. Später soll ein großes Loch in der Decke für einen Lichthof in der Mitte sorgen. So erhalten auch angrenzende Büros Tageslicht. Der fast quadratische Neubau entsteht an der nordwestlichen Ecke des dreieckigen alten Gebäudes. Ein dortiger Eingang ermöglicht den separaten Zugang zum Plenarsaal und zum im Erdgeschoss untergebrachten Bürgerbüro. Der Verwaltungstrakt im Altbau kann geschlossen werden, so dass Unbefugte etwa bei öffentlichen Stadtverordnetensitzungen keinen Zutritt mehr haben.

Britta und Bernd Habeck lesen konzentriert die Baupläne im Foyer. "Spannend, wie aus etwas Altem das Neue entsteht", sagt Bernd Habeck. Als Handwerksmeister kümmert er sich beruflich um die Haustechnik von Gebäuden. Dass die Aufzüge, Treppen und Sanitäranlagen des alten Rathauses auch den Neubau mit versorgen, interessiert ihn besonders. Und auch, ob anders gebaut wird, jetzt, da das Unternehmen Goldbeck in privat-öffentlicher Partnerschaft für Bau und Betrieb des Rathauses verantwortlich ist.

Bernhard Lehr nutzt die offene Baustelle, um sich über ihren Fortgang zu erkundigen. "Ich finde es ideal, dass der alte Teil stehen bleibt", sagt er. Dass das Gebäude optisch an die Bauten der Nachbarschaft angepasst wird, gefällt ihm auch.

Arno Kuchinka hat nur einen möglichen Platz für das Kunstwerk gefunden. Er sagt, wegen der vielen Glasfronten komme nur der Eingangsbereich im alten Trakt infrage.

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