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Schneeräumen im Handbetrieb. Die Mitarbeiter einiger Bau- und Betriebshöfe in Stadt und Kreis Offenbach bekommen schon das Zittern. Nicht nur wegen der eisigen Temperaturen. Die Vorräte an Streusalz sind knapp geworden. Und der Wetterdienst kündigt weitere Schneefälle an. Wichtige Wege werden derzeit vorrangig gestreut.

Stadt und Kreis Offenbach

Die Preise sind gesalzen

Das wird ein teurer Winter: Wenn die Temperaturen sinken, wird Streusalz immer teurer. Inzwischen gibt es bei vielen Städten Engpässe - Offenbach zapft sogar einen neue Lieferquelle im Ausland an.

Von Christoph Manus und Achim Ritz

Die Mitarbeiter einiger Bau- und Betriebshöfe in Stadt und Kreis Offenbach bekommen schon das Zittern. Nicht nur wegen der eisigen Temperaturen. Die Vorräte an Streusalz sind knapp geworden. Und der Wetterdienst kündigt weitere Schneefälle an.

"Wir mischen schon Split mit unter", sagt ein Sprecher des Neu-Isenburger Dienstleistungsbetriebes. Der habe zwar in den beiden neuen Silos noch genügend auf Lager, doch die Mitarbeiter in den Streufahrzeugen verwenden jetzt das noch in der Halle liegende Feuchtsalz, um das trockene Streugut für die schlechten Zeiten aufzuheben. Viele Leute auf den Bauhöfen sprechen von Lieferengpässen.

Die spürt auch Peter Müller, Winterdienstleiter der Kommunalen Betriebe in Langen (KBL). Von seinen Lieferanten höre er immer wieder, dass zuerst die Autobahnmeistereien angefahren werden und die Kommunen am Ende der Liste stünden. Müller erhält in diesen Tagen neuerdings Faxe von ihm unbekannten Firmen, die ihm Streusalz anbieten. Er hat zugeschlagen. Seine Kollegen fahren jetzt bis nach Schwalbach und holen dort eine Ladung Streusalz.

Mit der Kälte steigen die Preise

Das Salz kommt in diesen Tagen auch schon mal mit dem Schiff aus dem Ausland. Und was verlangen die neuen Lieferanten? Wenn die Temperaturen runtergehen, steigen die Kosten. Die aktuellen Preise sind gesalzen. Anfangs mussten die Kommunen zum Teil unter 100 Euro für die Tonne zahlen, jetzt werden schon mindestens 150, manchmal sogar bis zu 350 Euro verlangt, sagt Wolfgang Mieth, Leiter der Kommunalen Betriebe Rödermark.

Der Winter wird auch für Offenbach teuer. Dort werfen die 100 Leute des Winterdienstes im Eigenbetrieb Stadt Offenbach (ESO) je nach Witterung pro Großeinsatz zwischen 30 und 50 Tonnen Salz auf die Gehwege, Plätze und Straßen.

ESO-Sprecher Christian Loose sagt, dass sich die Situation auf dem Streusalzmarkt einigermaßen entspannt habe, die Preise allerdings um 14 Prozent gestiegen seien. Um bei anhaltendem Winterwetter besser auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, zapft die ESO eine neue Lieferquelle im Ausland an.

In Rodgau hat sich die Lage etwas entspannt. Am Montag ist die lang ersehnte am 4. Januar bestellte Salzlieferung eingetroffen - allerdings kam laut Stadt nicht soviel wie gewünscht. So will sie weiterhin vor allem die gefahrenträchtigen Bereiche, also Straßenkreuzungen, Brücken und die S-Bahn-Unterführungen streuen und auch Split einsetzen.

Nur noch für "eine Runde" langt es dagegen in Rödermark. Gerade einmal fünf Tonnen haben die Kommunalen Betriebe noch parat. In Dietzenbach sieht es besser aus: 20 Tonnen Salz liegen nach Auskunft des Leiters der Städtischen Betriebe, Michael Würz, noch im Silo. Gestreut werde sparsam, Vorrang hätten gefährliche Fußwege.

Nichts ausrichten konnten die Streufahrzeuge allerdings in den vergangenen beiden Tagen in der Hügelstraße in der Altstadt. Sie hatte sich in eine Eisbahn verwandelt, so spiegelglatt, dass auch die Streufahrzeuge sie nicht befahren konnten, berichtet Würz. Nach zwei Tagen Sperrung wurde sie erst am Donnerstag wieder für den Verkehr freigegeben. Die nächste Salzlieferung ist für Montag angekündigt. "Doch das glaub´ ich erst, wenn sie da ist", meint Würz.

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