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Partizipation will gelernt sein

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Der Verein Kinder- und Jugendwelten steigt in die Bildungsarbeit ein. Im zweijährigen Workshop „Partizipi“ lernen Jugendliche, wie das überhaupt geht, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen und eigene Anliegen durchzusetzen.

Von Oliver Heil

Wir wollen mit diesem Projekt unseren Jugendlichen die Möglichkeit geben, die Strukturen kennenzulernen“, sagt Bernd Blesenkemper. Denn Teilhabe an einer Gesellschaft, erklärt der Vorsitzende des Dietzenbacher Vereins Kinder- und Jugendwelten, sei gar nicht so leicht, wenn man nicht wisse, wie das überhaupt gehen solle. „Wir wollen jungen Menschen beibringen, wie sie überhaupt partizipieren können.“ Wie man seine Interessen artikuliert, wo die richtigen Stellen sind, bei denen man Forderungen stellen kann, wie man für ein Anliegen trommelt. Das alles sollen interessierte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren jetzt lernen können. Zehn Schüler, alle von der Ernst-Reuter-Schule und von allen Schulzweigen, haben sich angemeldet, am Mittwoch geht es mit dem ersten Treffen los.

Dann versammelt René Bacher im Bildungshaus zum ersten Mal die Teilnehmer des neuen Projekts „Partizipi“. Der Verein Kinder- und Jugendwelten ist bisher vor allem durch seine im September eröffnete Kinder- und Jugendfarm an der Schilflache bekannt. „Partizipi“, sagt der Vorsitzende Bernd Blesenkemper, „ist jetzt der Einstieg in unsere zweite Sparte, die Bildungsarbeit“.

Finanziert wird das auf zwei Jahre angelegte Projekt aus Mitteln des Hessischen Sozialministeriums. Der Dietzenbacher Verein hatte sich in einer Ausschreibung die Mittel aus dem Programm „Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ gesichert. Ein niedriger, zweistelliger Betrag fließe insgesamt, sagt Blesenkemper. Damit finanziert der Verein die Arbeit von Projektleiter René Bacher und den zwei Teamern Hassan Khateb und Hafida El Achak.

Die drei Mitarbeiter sind pädagogisch geschulte Studenten. Bacher war bis zum Sommer Vertretungslehrer an der Ernst-Reuter-Schule. Migration in der Familiengeschichte, betont Bacher, sei keine Voraussetzung. „Da weichen wir von der Ausschreibung ab, weil wir niemanden ausgrenzen wollen.“ Interessierte Jugendliche könnten jederzeit noch dazustoßen.

Der Verein hat als Ziel ausgegeben, dass in zwei Jahren, wenn das Projekt beendet ist, der Grundstein für ein Dietzenbacher Kinder- und Jugendparlament gelegt sein soll. Das ist aber schon die einzige konkrete Forderung an die jungen Teilnehmer. „Wir gehen so vor, dass sie sich im Grunde alles erarbeiten, dabei lernt man am besten“, sagt René Bacher. Ihre Ziele bestimmen die Jugendlichen also selbst, wie sie die Ziele erreichen wollen, auch. Für dieses Jahr sollen dabei aber zwei vorweisbare Projekte rauskommen. Wobei, sagt Bacher, auch ein misslungenes oder nicht fertig gewordenes Projekt ein Erfolg sei. „Hauptsache, die Jugendlichen lernen dazu und stärken ihre Kompetenzen.“

2014 geht es an die Vorbereitungsarbeit für ein Jugendparlament. Die Teilnehmer, berichtet René Bacher, seien beim Infoabend begeistert gewesen, selbst etwas in die Hand nehmen zu können und sich bei etwas zu engagieren, das weder mit Schule noch mit der Religion oder dem Sportverein zu tun habe.

Das erste Treffen findet am Mittwoch, 16. Januar, um 16 Uhr im Bistro des Bildungshauses statt.

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