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Singen, Geige und Klavier sind Valentin Teufels Hobbys.

Dietzenbach

Mit zwölf an die Oper

Valentin Teufel ist zwölf Jahre alt und tritt in der Oper Frankfurt auf. In "Adriana Lecouvreur" spielt er den jungen Paris. Unzählige Proben hat er dafür schon absolviert.

Von Monica Bielesch

Sein Traumberuf? Natürlich Musical-Darsteller! Valentin Teufel ist erst zwölf Jahre alt, aber er weiß schon genau, was er will und arbeitet mit viel Disziplin und Fleiß für sein Ziel. Anfang März ist das Dietzenbacher Musiktalent auf der großen Bühne der Oper Frankfurt zu sehen. Das ist nicht seine erste Bühnenerfahrung: Schon vor zwei Jahren war Valentin Ensemblemitglied beim Erfolgs-Musical „Elisabeth“. Er sang damals Soli neben Stars wie Uwe Kröger. Auch beim Musical „Die Päpstin“ stand er auf der Bühne.

Derzeit stehen die letzten Proben für die Premiere der Oper „Adriana Lecouvreur“ von Francesco Cilea in der Oper an. „Wir haben jetzt die Kostümprobe, danach die Hauptprobe und die Orchesterprobe“, erzählt der blonde, schmale Valentin. Diesmal ist der Junge Statist. „Darum muss ich auch nur circa zwei Stunden vor der Aufführung da sein“, lacht er. Er spielt den jungen Paris, der den Apfel an eine Göttin überreicht. Unzählige Proben hat Valentin dafür schon absolviert. „Man braucht Geduld“, sagt er ohne Bedauern oder Zweifel.

„Viel üben“

Souverän gibt Valentin Auskunft über seine noch junge Karriere. Erfrischend natürlich erzählt er von seiner Leidenschaft für klassische Musik („Ich höre gerade am liebsten die Götterdämmerung von Wagner.“) und wie alles anfing. Mit sechs Jahren begann er Geige zu lernen, zwei Jahre später kam das Klavier dazu. „Mir gefällt der Klang der Geige so gut“, obwohl das Streichinstrument nicht einfach zu lernen sei. „Die Anfangsjahre waren hart, man muss viel üben und ständig den richtigen Ton suchen.“

Aber auch das zeichnet Valentin aus: sein Wille, etwas zu erreichen. Er übt täglich insgesamt eine Stunde Geige, Klavier und Singen.

Mit neun Jahren entdeckte Valentin das Musical und das Singen für sich. In der St. Martin-Kirchengemeinde, wo er Messdiener ist, sang er damals im Kinderchor und spielte die Hauptrolle im Musical „Joseph“. Ende 2009 wurde er bei einem Casting der Oper zusammen mit drei weiteren Jungen aus 60 Kindern ausgewählt.

„Das erste Mal war ich schon aufgeregt, aber es hat alles gut geklappt.“ Seit dieser Zeit singt Valentin im Kinderchor der Oper Frankfurt und sammelt dort zusätzliche Bühnenerfahrung. Dass er auch Niederlagen wegstecken kann, zeigt seine diesjährige Teilnahme bei „Jugend musiziert“. Der Zwölfjährige trat im Fach „Musical“ an – und kam nicht in die nächste Runde. Doch der Wettbewerb sei eine schöne Erfahrung gewesen, sagt Valentin – und meint es auch so.

Nach dem Stimmbruch

Auf die kommende Premiere freut er sich und beobachtet an sich: „Ich bin bestimmt aufgeregter als beim ersten Mal, denn wenn man jünger ist, macht man sich nicht so viele Gedanken.“ Seine Jugend verleiht ihm auf der einen Seite eine einnehmende Natürlichkeit und Lockerheit, andererseits hindert sie ihn daran, jetzt schon gesanglich weiterzukommen. „Gesangsunterricht kann ich erst nach dem Stimmbruch nehmen“, sagt er entspannt. Bis dahin heißt es abwarten.

Und anderen Weichen für die künstlerische Zukunft von Valentin zu stellen. Der Junge besucht die sechste Klasse der Musterschule in Frankfurt. Das Frankfurter Gymnasium ist ein Zentrum für musikalische Bildung und Begabtenförderung. Was denn Valentins Lieblingsfach sei? „Musik!“ platzt es aus dem Schüler heraus. Natürlich.

Premiere von Adriana Lecouvreur ist am Sonntag, 4. März, um 18 Uhr in der Oper Frankfurt, Karten zwischen 17 und 140 Euro, Vorstellungen bis 30. März.

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