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Die Mühlheimer Fähre liegt auf der Dörnigheimer Seite immer noch vertäut am Ufer.

Mainfähre

Noch keine guten Nachrichten zur Fähre Mühlheim

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Ab dem 1. Januar sollte die Mühlheimer Mainfähre wieder fahren, doch der Kreis Offenbach verhandelt immer noch.

Eigentlich sollte der Vertrag mit einem neuen Betreiber für die Mühlheimer Mainfähre schon seit Jahresbeginn unter Dach und Fach sein. Ist er aber nicht – obwohl der Kreis Offenbach als Eigentümer der Fähre in den Unterlagen für das Vergabeverfahren den 1. Januar 2019 als Vertragsbeginn genannt hat. „Wir sind noch in Verhandlungen“, erklärt Ursula Luh, Sprecherin des Kreises Offenbach, auf FR-Anfrage. Die Bürgerinitiative (BI) Fähre Mühlheim-Maintal, die sich Mitte März vorigen Jahres gegründet hatte, übt herbe Kritik, weil so wenig über den Stand der Dinge zu erfahren ist.

„Still ruht der See“, ärgert sich Petra Schneider von der BI Fähre. Sie bildet zusammen mit Waltraud Kaiser und Bernhard Feig aus Mühlheim sowie Jan Fiedler aus Maintal das Sprecherteam der BI. „Wir erfahren nicht, ob Nägel mit Köpfen gemacht werden.“ Die BI Fähre sei bisher immer nur „abgebügelt“ worden.

„Man könnte doch mal auf irgendeine Art und Weise signalisieren, dass es positiv aussieht“, sagt Schneider und formuliert Fragen, auf die es bisher keine Antworten gibt. Wann könnte die Fähre wieder fahren? Was kostet der laufende Fährbetrieb? Wie viel ist für ein neues Fährgerät anzusetzen – schließlich ist die Wagenseilfähre schon seit 1971 im Einsatz. Was ist, wenn die Stadt Maintal plötzlich abspringt? Die Mühlheimer Stadtverordneten hatten im September vorigen Jahres nämlich beschlossen, dass die Stadtwerke Mühlheim gemeinsam mit der Stadt Maintal den Fährbetrieb sicherstellen. Diese Entscheidung habe „sehr überrascht“, so Schneider, denn Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) habe immer betont, die Fähre sei eine reine Kreisangelegenheit, er gebe keinen Cent dafür aus. Der Kreis hatte der Betreiberfamilie Anfang Oktober 2017 wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften fristlos gekündigt.

Vor rund acht Wochen kam Hoffnung auf, als die Fähren-Seilwinde repariert wurde. Doch zum Stand der Vertragsverhandlungen gibt sich der Kreis Offenbach bedeckt. Die Verhandlungsphase gehöre zum Vergabeverfahren, und solange dieses laufe, könne keine Auskunft gegeben werden, so Luh. „Sobald es etwas Neues gibt, informieren wir öffentlich“, sagt sie.

Fähre: Per Zufall ist die BI schon an Infos gekommen

Per Zufall ist die BI aber schon an Infos gekommen. Schneider erzählt von ihrer BI-Kollegin Waltraud Kaiser, die bei den Instandsetzungsarbeiten der Hochseilanlage am Mainufer mit einem Mann ins Gespräch kam. Es habe sich herausgestellt, dass er wohl der neue Betreiber sei – auch wenn der Vertrag nach den Worten des Mannes noch nicht unterschrieben sei. „Angeblich wird seit einem Dreivierteljahr mit dieser Person verhandelt“, sagt Schneider und schiebt sofort eine Vermutung hinterher: „Das kann doch nur am Geld hängen.“

Die BI will jetzt einen Brief an den Landrat und an die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) schicken mit der Bitte um Auskunft zum Stand der Dinge. Eine Online-Petition an den Kreisausschuss mit 2700 Unterschriften sowie eine Aktion, bei der 4000 Postkarten mit Fähren-Infos auf beiden Seiten des Mains verteilt wurden, hat die BI im Vorjahr schon gestemmt. Auch die Grünen hatten 1500 Unterschriften gesammelt und im Dezember an Claudia Jäger übergeben.

Für die Stadtverordnetenversammlung am 21. Februar haben die Grünen einen Antrag gestellt, in dem sie den Magistrat beauftragen, einen Plan zur Inbetriebnahme des Fährbetriebs vorzulegen und ein verbindliches Start-Datum zu benennen. Außerdem solle der Magistrat bis zur Inbetriebnahme regelmäßig in den Stadtverordnetensitzungen über den Stand der Entwicklung berichten, heißt es in der Vorlage.

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