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Jörg Rotter (r.), hier am Wahlabend.

Rödermark

Neuer Bürgermeister von Rödermark gibt die Kämmerei ab

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Jörg Rotter überrascht mit der Mitteilung, dass er sich als neuer Bürgermeister von Rödermark nicht um die Finanzen kümmern wird. Das soll die neue Erste Stadträtin tun.

Eine Frau wird sich ab sofort um die Finanzen der Stadt Rödermark kümmern: Die Kämmerei liegt nun in den Händen der neuen Ersten Stadträtin Andrea Schülner (AL/Grüne). Damit übernimmt ein Neuling dieses wichtige Ressort: Schülner ist erst seit rund dreieinhalb Jahren kommunalpolitisch aktiv – ganz im Gegensatz zum neuen Bürgermeister Jörg Rotter (CDU), der sich seit mehr als 22 Jahren ehren- und hauptamtlich in der Politik engagiert.

Schülner, die nun auch als Ordnungs- und Sozialdezernentin fungiert, begleitet Rotter aktuell bei seinen Dienstgängen, um von ihm erst einmal einiges zu lernen. Sie wird ihr Amt als AL-Parteivorsitzende bei der Mitgliederversammlung im Herbst zur Verfügung stellen, um genügend Zeit für die neue Aufgabe zu haben.

Er war Rotters Wunsch, die Kämmerei, die er nun als Bürgermeister eigentlich von seinem Vorgänger Roland Kern (AL/Grüne) „geerbt“ hätte, an die Erste Stadträtin abzugeben. Auch Alfons Maurer (CDU), von 1993 bis 2005 Bürgermeister von Rödermark, sei nie Kämmerer gewesen, sagte Rotter am Donnerstag, als die neue Dezernatsverteilung vorgestellt wurde. „Schülner hat Ahnung von Finanzen, weil sie in Frankfurt ein riesiges Haus geleitet hat“, erklärte er. Die 57-Jährige hatte in der Mainmetropole die Leitung des Rathauses der Senioren mit 140 Mitarbeitern inne.

Rödermark hat zwei Rathäuser

Dort wird sie im Juli und August auch noch jeweils drei Tage vor Ort sein, um ihre Übergabe geordnet abzuwickeln. „Erst ab 1. September bin ich ganz hier“, sagte Schülner. Wobei „hier“ heißt: im Rathaus in Urberach. Rödermark hat nämlich zwei Rathäuser. Rotter, der bis zum 30. Juni noch Erster Stadtrat war, sitzt nun in Kerns Amtszimmer im Rathaus Ober-Roden.

Zusammen mit ihm ziehen auch die Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR) um, die er als Erster Stadtrat in seiner Zuständigkeit hatte und jetzt ins Bürgermeisterdezernat übernimmt. Nicht ohne Grund: Rotter war Sachgebietsleiter Materialwirtschaft beim Wasserzweckverband, kennt sich in öffentlichen Unternehmen bestens aus. Die Kernmannschaft der KBR – rund 20 Personen – wird vom Rathaus Urberach ins Rathaus Ober-Roden übersiedeln. „So vermeiden wir Pendelverkehr, weil die Kläranlagen und der Betriebshof im Stadtteil Ober-Roden liegen.“

Die Wirtschaftsförderung werde demnächst aus dem Rathaus Ober-Roden in einen Raum in direkter Nachbarschaft ausgegliedert, sagte der Bürgermeister. In die frei werdenden Räume wird die Sozialberatung Einzug halten, die bisher „nicht diskret genug gehalten werden konnte“.

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