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Impression vom Open Doors Festival 2017.

Neu-Isenburg

Weitere drei Jahre Open Doors

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Die Stadt Neu-Isenburg hat den Vertrag mit den Organisatoren des Musikfestivals Open Doors verlängert. Gleichzeitig wehrt sich Veranstaltungsleiter Kercher gegen rassistische Vorwürfe.

Open Doors in Neu-Isenburg ist für die kommenden drei Jahre gesichert. Die Stadt habe den Vertrag mit der Veranstaltungsagentur 12 Löwen, die das Musikfestival organisiert, um diesen Zeitraum verlängert, sagte Kulturdezernent Theo Wershoven in der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch. Bei dieser Gelegenheit äußerte sich Michael Kercher, der Geschäftsführer der 12 Löwen, auch zu den rassistischen Vorwürfen, die ihm nach unbedachten Worten entgegenschlugen.

Am Sonntagnachmittag hatte Kercher auf der Fraport-Bühne das Mikrofon ergriffen und einen leidenschaftlichen Appell an die Besucher geschickt, Kunst und Kultur doch finanziell zu unterstützen, damit Festivals wie Open Doors auch künftig stattfinden können. Dabei fragte er in die Besucherschar: „Wollt ihr, dass es statt Open Doors nur noch müde Karaoke von dunkelhäutigen Männern gibt?“ Der Satz entfachte auf Facebook einen Sturm der Entrüstung. Kercher entschuldigte sich daraufhin in einer Pressemeldung auf Facebook dafür, dass seine Äußerung falsch verstanden werden konnte, und versicherte, er werde beim nächsten Mal auf seine Wortwahl achten.

In der Bilanzpressekonferenz war die verunglückte Formulierung erneut Thema. „Das, was ich gesagt habe, war sicher dämlich“, gab er zu. Er habe damit ausdrücken wollen, dass es bei Veranstaltungen bald nur noch Karaoke und DJs gebe, wenn es so weitergehe. Er sei aber keinesfalls ein Rassist. „Ich habe mit Menschen aus aller Herren Länder Musik gemacht und mache das immer noch. Wir haben großen Spaß zusammen.“ Außerdem wohne er in einer WG mit einem Serben, zwei Chinesen und einer Person, die mit Nachnamen Islamjar heiße. Das allein schon mache den Rassismus-Vorwurf lächerlich.

Geschätzte 25 000 bis 30 000 Besucher fanden am Wochenende zu den Open Doors. „Angesichts der Konkurrenz-Veranstaltung mit Helene Fischer und dem CSD eine gute Zahl“, meinte Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU). 3045 rote Buttons zum Preis von fünf Euro wurden verkauft. Drei Euro davon flossen zur Reduzierung des Defizits in die Stadtkasse, das sind also 9135 Euro. „Für das erste Mal ein ordentliches Ergebnis“, befand Thomas Leber, Fachbereichsleiter Stadtbelebung. Einige Besucher hätten jedoch vergeblich Buttonverkäufer gesucht. Im kommenden Jahr werde es deshalb zwei bis drei feste Verkaufsstände geben.

2019 wird das Festival vom 19. bis 21. Juli stattfinden. Dann könne man auch darüber nachdenken, die Rollschuhbahn im Sportpark als Veranstaltungsstätte mit einzubeziehen, meinte Kercher.

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