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Das Brachland im Westen von Neu-Isenburg, das ehemalige Holzmann-Gelände, ist eine der gefragtesten Gewerbeflächen des Rhein-Main-Gebiets.

Neu-Isenburg

Schon vor dem Bau ausgebucht

Das Interesse an den neuen Hallen auf dem Gehespitz-Gelände im Westen von Neu-Isenburg ist groß. Bis zu 800 Arbeitsplätze sollen hier bis 2014 entstehen.

Von Achim Ritz

Das ehemalige Holzmann-Gelände westlich des Bahnhofs Neu-Isenburg entwickelt sich zu einer der gefragtesten Gewerbeflächen im Rhein-Main-Gebiet. So sieht es jedenfalls die ING Real Estate Investment Management-Gesellschaft, die auf dem 55 Hektar großen Areal in der Nähe des Frankfurter Flughafens eine Halle nach der anderen errichtet und dafür auch gleich Mieter findet.

Fünf Monate nach der Grundsteinlegung sei das neueste Gebäude bereits voll ausgebucht, sagte gestern André Brendel, Senior Project Manager von ING Real Estate. Er kündigte an, dass im nächsten Frühjahr mit dem Bau einer weiteren Logistikhalle auf dem Gelände, das jetzt MainLog Gehespitz heißt, begonnen werden soll.

Das Interesse von Firmen, sich auf dem einst zum untergegangenen Baukonzern Holzmann gehörenden Areal an der Bundesstraße 44 und nahe der A?3 anzusiedeln, ist nach Angaben von Brendel groß. „Deshalb werden wir die nächste Halle wieder spekulativ bauen“. Bevor der Bau von Logistikhallen dieser Größe beginnt, werden normalerweise schon Vorverträge mit potenziellen Mietern abgeschlossen. Doch auch die für nächstes Jahre geplante dritte Halle mit einer Größe von 22.000 Quadratmeter soll ohne Zusagen gebaut werden.

Die Immobilie wird ein Lückenschluss zwischen dem im Westen des Areals platzierten, von Siemens und Logistik Geis genutzten Gebäude und der zweiten Halle, in der die Spedition Dachser und Nippon Express untergebracht sind.

Nach dem Aus des damals zweitgrößten deutschen Baukonzerns wird die Brache seit 2002 umgestaltet. Einige Gebäude wurden dem Erdboden gleich gemacht. Heute stehen nur noch zwei alte Immobilien. Eine nutzt ein Gartenbauunternehmen, in der anderen ist die Firma HSG mit Hotel und Schulungszentrum untergebracht. HSG ist die ehemalige Facility Management-Sparte von Holzmann, die heute zu Bilfiger Berger gehört. Ob die beiden alten Gebäude stehen bleiben oder neuen Hallen weichen müssen, steht nach Auskunft von Brendel derzeit noch nicht fest.

Die weiteren Planungen von ING Real Estate sehen vor, im Westen der Fläche nahe dem Isenburger Bahnhof eine weitere Halle zu bauen. Die werde vielfach teilbar und daher auch für Firmen aus Neu-Isenburg geeignet sein, denen es an ihrem jetzigen Standort zu eng wird. Bis die Kreisbauaufsicht in Dietzenbach für die Bebauung im westlichen Teil eine Genehmigung erteilt, müssten noch einige Umweltauflagen erfüllt werden, sagte Brendel.

Das ehemalige Holzmann-Areal grenzt an das Naturschutzgebiet rund um den Gehspitzweiher. Deshalb gibt es auch auf dem MainLog-Gelände geschützte Tierarten. Ing Real Estate wird westlich der Dachser-Halle einen 50 Meter langen Grünstreifen anlegen, in den unter anderem auch Zauneidechsen von einer anderen Stelle des Geländes umgesiedelt werden sollen.

Die Zahl der Arbeitsplätze auf dem MainLog Gehspitz-Areal liege derzeit bei 200, sagt Brendel. Er rechnet damit, dass es 2014 am Ende des Ausbaus bis zu 800 Beschäftige sein werden. Welche Auswirkungen die Ansiedlung neuer Firmen auf die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt hat, konnte Bürgermeister Herbert Hunkel gestern nicht sagen. Das hänge von der Entwicklung der Firmen auf MainLog ab. Zuverlässige Zahlen könne er frühestens im Herbst nächsten Jahres nennen, so Hunkel.

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